Ein ausgebranntes Hochhaus in einer Marseiller Vorstadt bei Abendrot. © dpa picture alliance Foto: Valerie Vrel

Marseille im Griff der Drogenbanden

Sendung: NDR Info Hintergrund | 10.01.2022 | 20:33 Uhr | von Julia Borutta
25 Min | Verfügbar bis 10.01.2023

Im Norden von Marseille regieren Drogenbanden. Politiker haben jahrelang weggeschaut. Nun soll alles besser werden.

Heruntergekommene Viertel, rechtsfreie Zonen – nicht die Stadt, sondern das Haschisch regiert in den Armenvierteln von Marseille. Selten hat die Mittelmeermetropole so viele Vergeltungsmorde erlebt wie in den vergangenen Monaten. Seit Sommer 2021 waren es über ein Dutzend. Die Opfer: zumeist junge Männer und sogar Kinder aus den armen Vierteln im Norden der Stadt. Die Drogen-Clans terrorisieren die Bewohner der Vororte. Perspektivlosigkeit und Trostlosigkeit machen viele Jugendliche zu ihren Handlangern. Die Polizei wagt sich nur in Mannschaftsstärke in die Hochhaus-Siedlungen. Die Politik schien aufgegeben zu haben und investierte lieber in glamouröse Prestigeprojekte statt in neue Schulen, bessere Wohnungen und eine vernünftige Infrastruktur. Jetzt soll ein milliardenschwerer Masterplan des Staates alles besser machen.

Julia Borutta war in Marseilles Vororten unterwegs, hat mit Dealern, Schülern, Polizei und Politikern gesprochen.

Ein nicht erkennbarer Mann vor einem Hochhaus in einer Marseiller Vorstadt-Hochhaussiedlung. © dpa picture alliance Foto: Daniel Cole

Marseille im Griff der Drogenbanden

Marseilles Vororte werden von Drogenbanden terrorisiert, die Zahl der Toten steigt. Die Politik will endlich handeln. mehr