Stand: 23.09.2021 11:49 Uhr

Kein Streit ... ist auch keine Lösung: Wie erhöhen wir die Impfquote?

Bei "Kein Streit ... ist auch keine Lösung" bringt NDR Info Moderatorin Susanne Stichler zwei Gäste ins Gespräch. In der neuesten Ausgabe dreht sich alles um die Impfkampagne. Führt sie noch zur angestrebten Impfquote von 75 bis 80 Prozent? Oder ist womöglich ein Umsteuern notwendig?

"Kampf gegen die vierte Welle - ist unsere Impfkampagne erfolgreich?“, lautet die Frage über die eine Politikerin und ein Wissenschaftler diskutieren: Ilona Osterkamp-Weber, Gesundheitspolitikerin der Grünen in Bremen, sowie Felix Rebitschek, wissenschaftlicher Leiter des Harding-Zentrum für Risikokompetenz an der Universität Potsdam. Denn die Impfquote in Deutschland stagniert weitgehend. Auch die Impfaktionswoche hat wenig Schub gebracht.

Ist ein "Weiter so" angebracht? Führen politische Schritte, die den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, zum Ziel? Oder erhöht das den Widerstand?

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Zwei klare Impf-Befürworter, zwei Meinungen

Bremen steht mit einer Quote von 74 Prozent vollständig Geimpfter vergleichsweise gut da - die Impfkampagne in dem Bundesland sei erfolgreich, befindet Osterkamp-Weber. Informationen und Angebote seien schnell zu den Menschen gekommen.

Ihr ist wichtig, dass politische Maßnahmen wie kostenpflichtige Corona-Tests nicht als Teil der Impfkampagnen verstanden werden. "Das kann sicherlich dazu führen, dass Menschen sich entscheiden 'Ich lass mich jetzt impfen, was soll's.'" Aber Teil der Impfkampagne müsse sein, die Menschen zu erreichen, aufzuklären etwa über den Impfstoff, dessen Nebenwirkungen und den gesamtgesellschaftlichen Schutz. 

Auf verstärkte Aufklärung setzt auch Risikoforscher Rebitschek. Die Impfkampagne sei bundesweit zu lange eine Überredungskampagne gewesen. Längst hätte sie zu einer Überzeugungskampagne mit klarer und aufsuchender Information werden sollen.

Druck auf Ungeimpfte sei langfristig keine zielführende Strategie. Auch bei zukünftigen Entscheidungen, etwa zu Auffrischungsimpfungen oder beim Auftreten neuer Mutanten, stelle sich vielmehr die Frage: "Wie behalten wir alle Bürgerinnen und Bürger dabei?" Unter diesem Gesichtspunkt müssten wir als Gesellschaft handeln, so Rebitschek.

Neues Format will Lösungen aufzeigen

Das neue Streit-Format von NDR Info widmet sich stets einer aktuellen, zugespitzten Frage, von der ausgehend ein politisch und gesellschaftlich relevantes Themenfeld differenziert betrachtet wird. Mit "Kein Streit ... ist auch keine Lösung" will der NDR deutlich machen, wie wichtig und gewinnbringend Streit für die Gesellschaft und die Demokratie sein kann. Da nur zwei Gesprächsgäste zu Wort kommen, können sie ihre Argumente ausführlich darlegen.

Der konstruktive Ansatz nimmt dabei stets einen breiten Raum ein: Wie erreichen wir, dass diese Frage nicht zusätzlich spaltet? Wie könnte ein Kompromiss aussehen? Wie könnte man diese Fragestellung etwa in einer Koalition behandeln?

Hier läuft das neue Streitformat

Das Streitgespräch ist ein crossmediales Produkt von NDR Info. Es wird im Radioprogramm veröffentlicht - ebenso auf NDR.de, der NDR Info App sowie auf den Social-Media-Kanälen von NDR Info, allen voran Instagram und Twitter. Auch tagesschau24 sendet das rund 25-minütige Streitgespräch. Redaktion: Kathrin Schmid.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 23.09.2021 | 18:05 Uhr

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