Arzt oder Krankenpfleger hält eine Schnelltest Kasette in der Hand während er Schutzkleidung, Maske und Gesichtsschutz während der Arbeit trägt. © picture alliance / CHROMORANGE Foto: Michael Bihlmayer

Corona: Inzidenz, Impfquote und weitere aktuelle Zahlen

Stand: 17.08.2022 08:30 Uhr

Die Zahl der Corona-Erkrankungen sind in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen rückläufig. Die Omikron-Variante BA.5 ist in den Nord-Ländern weiterhin dominant.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind akute Atemwegserkrankungen in der Kalenderwoche 31 weiter zurückgegangen, schreibt das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht. Auch die Zahl der Arztbesuche im ambulanten Bereich ist gesunken. Die 7-Tage-Inzidenz, die nur dem RKI gemeldete Fälle beinhaltet, sinkt weiterhin. Das RKI sieht darin dennoch keine Entwarnung. Das Institut spricht noch von einer Seitwärtsbewegung statt eines sinkenden Trends. Die Zahl der Ausbrüche von COVID-19 in medizinischen Behandlungseinrichtungen ist im Vergleich zur Vorwoche leicht, die Zahl in Alten- und Pflegeheimen deutlich angestiegen. Das RKI stuft die aktuellen Corona-Fallzahlen weiterhin als hoch ein und geht davon aus, dass die Zahl schwerer Erkrankungen, Krankenhausaufnahmen und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 noch zunehmen wird.

Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei. Expertinnen und Experten sind sich einig: Es wird auch weiterhin saisonale Wellen geben. Die wichtigsten Pandemie-Kennzahlen für Norddeutschland im Überblick:

Inzidenz der Neuinfizierten in den Bundesländern

Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen dient als Frühwarn-Indikator. Sie vermittelt einen Eindruck über die Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung. Schlägt sie über einen Zeitraum von mehreren Tagen nach oben aus, kann das ein Hinweis für den Beginn einer neuen Welle sein. Mit ihr lässt sich auch abschätzen, wie viele Menschen schwer erkranken und sogar an Covid-19 versterben werden.

Inzidenz der Neuinfizierten in den Landkreisen

Länger anhaltende Trends beobachten

Allerdings weist die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen statistische Schwächen auf. Etwa sorgen - auch über zwei Jahre nach Pandemie-Beginn - Unterschiede im Meldewesen weiterhin dafür, dass gerade die Daten auf Landkreis-Ebene von unterschiedlicher Qualität sind, da sie unterschiedlich schnell ans Robert Koch-Institut gelangen. Da inzwischen die allermeisten Kreise am Wochenende nicht mehr ans RKI melden, flachen zudem die Inizidenzkurven am Wochenende ab und steigen zu Wochenbeginn durch die Nachmeldungen scheinbar an. Die aktuellsten Werte sind daher nicht besonders aussagekräftig. Sinnvoller ist es, zu schauen wie sich der Trend etwa in der vergangenen Woche entwickelt hat. Gab es hier einen Anstieg oder ein Abfallen über mehrere Tage?

Weitere Informationen
Porträt Berit Lange. © HZI Foto: Verena Meier

Epidemiologin zu Corona: "Wir werden nie wieder 2019 haben"

Die Forscherin Berit Lange glaubt, dass wir Corona nicht wieder loswerden. Das neue Infektionsschutzgesetz ist für sie eine Notlösung. mehr

Intensivbettenbelegung mit Covid-19-Patienten

Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten ist weitgehend frei von Meldeverzügen. Die Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in der obigen Grafik zeigen, welcher Anteil an Intensivbetten durch Corona-positive Patienten belegt ist. Hierbei wird nicht unterschieden, ob ein Patient mit oder wegen Corona auf der Intensivstation liegt. Denn auch wenn die Corona-Infektion nicht der Grund des Krankanhausaufenthalts ist, müssen diese Patienten dennoch isoliert werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Wie viel Krankenhauspersonal überhaupt zur Verfügung steht, um alle Patientinnen und Patienten zu versorgen, ist aus den Daten nicht ersichtlich.

Der Anteil der Corona-positiven Intensivpatienten an allen Intensivpatienten nimmt deutschlandweit und auch in den Nordbundesländern seit Mitte Juni wieder zu. Die Belastung für das Gesundheitssystem steigt also, aber längst nicht bei allen Patienten ist Corona die Hauptdiagnose: Laut Stichproben-Daten des RKI ist die Zahl jener, die wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus oder auf die Intensivstation kommen, bundesweit weiterhin stabil.

Weniger Intensiv-Patienten trotz Neuinfektionsrekorden

Im Verlauf der Pandemie wurde deutlich, dass unterschiedliche Virusvarianten unterschiedlich stark krank machen. Während der Omikron-Welle stieg die Zahl der Neuinfizierten extrem stark. Dennoch führte dies nicht zu einer übermäßigen Belastung der Intensivstationen. Im Gegenteil: Trotz Rekord-Inzidenz sank die Zahl der Intensiv-Patienten lange Zeit kontinuierlich. Neben dem in der Regel leichteren Verlauf durch Omikron und neuer Behandlungsmethoden lag das auch daran, dass inzwischen große Teile der Bevölkerung geimpft sind.

Impfquote in den Bundesländern

Wie sehr kommende Infektionswellen die Gesellschaft beeinflussen werden, hängt auch maßgeblich davon ab, welcher Anteil der Menschen einen effektiven Immunschutz gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 hat. Die Impfquote spielt hier eine entscheidende Rolle. Nach wie vor gilt, dass Menschen mit zwei oder drei Impfungen sehr viel besser gegen eine Infektion mit schwerem Verlauf geschützt sind als Ungeimpfte. Gerade im Hinblick auf den Herbst 2022 wird sich noch zeigen, wie viele Menschen eine vierte Impfdosis erhalten werden müssen. Zurzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (StiKo) diese nur Personen ab 70 Jahren und bestimmten Risikogruppen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC geht mittlerweile weiter und empfiehlt allen über 60-Jährigen einen zweiten Booster. Die StiKo will sich laut ihrem Vorsitzenden Thomas Mertens bald zu der EU-Empfehlung äußern.

Covid-19-Todesfälle der vergangenen sieben Tage im Norden

Aufgrund der schwächeren Verläufe und dank Fortschritten in der Behandlung erreichte die Zahl der Corona-Toten in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr die Höchstwerte aus der Anfangszeit der Pandemie. Dennoch zeigte sich jüngst auch bei den Toten ein statistisches Phänomen: Während der Omikron-Welle erkrankten große Teile der Gesellschaft. Diese stärkere Durchseuchung ließ auch die Zahl der Toten wieder steigen.

Omikron-Variante BA.5 ist dominant

Die Wahrscheinlichkeit für eine neue Pandemiewelle ist besonders hoch, wenn sich eine neue Virusvariante durchsetzt. Denn die neue Version des Erregers hat sich möglicherweise so verändert, dass sie ansteckender ist als die vorherige oder den Impfschutz besser umgeht.

Seit mehr als sechs Monaten dominiert in Deutschland die Omikron-Variante. Sie hat mittlerweile andere Varianten wie Alpha oder Delta vollständig verdrängt. Die Omikron-Variante kommt wiederum in verschiedenen Subtypen vor. Von diesen dominiert inzwischen der Subtyp BA.5, der sich besonders schnell ausbreitet. Der Anteil von BA.5 lag in der Kalenderwoche 30 bei 94 Prozent. Da die jüngsten RKI-Angaben immer zwei Wochen alt sind, dürfte die Verbreitung jedoch inzwischen weiter fortgeschritten sein.

 

Weitere Informationen
Bei der Einreise an einem Flughafen kontrolliert ein Polizeibeamter das Corona-Zertifikat von einem Passagier. © picture alliance/dpa Foto: Boris Roessler

Corona-News-Ticker: Geltende Einreiseregeln sollen verlängert werden

Bei Rückkehr nach Deutschland müssen keine 3G-Nachweise vorgelegt werden. Die bisherige Verordnung läuft Ende August aus. Mehr Corona-News im Ticker. mehr

Corona-Zahlen für Norddeutschland © NDR

Corona: So viele Intensivbetten im Norden sind belegt

Der aktuelle Stand der Belegung in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen. mehr

Geimpfte im Norden © NDR

Corona-Impfquote: Aktuelle Zahlen zu den Impfungen im Norden

Wie viele Menschen in Norddeutschland haben bislang eine Corona-Impfung erhalten? Aktuelle Zahlen zur Impfquote. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Das Coronavirus-Update von NDR Info | 26.04.2022 | 18:42 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Coronavirus

Mehr Nachrichten

Polen, Krajnik Dolny: Tote Fische werden von der Wasseroberfläche des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder beseitigt. ©  Marcin Bielecki/PAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto:  Marcin Bielecki/PAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Theorie: Giftige Algen könnten Ursache für das Oder-Fischsterben sein

Noch immer ist nicht klar, was das Fischsterben in der Oder verursacht. Forscher bringen jetzt jedoch eine Algen-Theorie ins Spiel. mehr