Arzt oder Krankenpfleger hält eine Schnelltest Kasette in der Hand während er Schutzkleidung, Maske und Gesichtsschutz während der Arbeit trägt. © picture alliance / CHROMORANGE Foto: Michael Bihlmayer

Corona: Inzidenz, Impfquote und weitere aktuelle Zahlen

Stand: 02.02.2023 08:30 Uhr

Die Zahl der Corona-Infektionen sinkt - andere Atemwegserkrankungen dominieren. Das zeigt der Blick auf Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist zuletzt in allen Bundesländern gesunken. Im dritten Corona-Wochenbericht schätzt das Robert Koch-Institut (RKI), dass nur noch zwei Prozent der Arztbesuche auf eine Corona-Infektion zurückgehen. Andere akute Atemwegserkrankungen, hauptsächlich verursacht durch saisonale Coronaviren sowie RSV, sind aktuell deutlich verbreiteter.

Zudem schätzt das RKI, dass die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen aktuell deutschlandweit auf 5,3 Millionen gestiegen ist. Im Vergleich zur Vorwoche seien vor allem Kinder betroffen. Die Zahl der auf einer Intensivstation behandelten Personen mit einer COVID-19-Diagnose ist deutlich niedriger als in der Vorwoche. Das RKI weist dennoch darauf hin, dass hochaltrige Personen am stärksten von schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen betroffen sind.

Die wichtigsten Corona-Kennzahlen für Norddeutschland im Überblick:

Inzidenz der Neuinfizierten in den Bundesländern

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen dient als Frühwarn-Indikator. Sie vermittelt einen Eindruck über die Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung. Schlägt sie über einen Zeitraum von mehreren Tagen nach oben aus, kann das ein Hinweis für den Beginn einer neuen Welle sein. Mit ihr lässt sich auch abschätzen, wie viele Menschen schwer erkranken und sogar an Covid-19 versterben werden.

Inzidenz der Neuinfizierten in den Landkreisen

Obwohl es inzwischen auch andere Indikatoren zur Einschätzung des Infektionsgeschehens gibt - die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt nach wie vor eines der wichtigsten Kriterien in der Corona-Pandemie. Am höchsten ist sie im Norden laut Robert-Koch-Institut derzeit in Osnabrück mit 187,5. Am niedrigsten ist sie in Stormarn mit 33,8. Das ist die Situation in allen Landkreisen und Kreisstädten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen:

Länger anhaltende Trends beobachten

Allerdings weist die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen statistische Schwächen auf. Etwa sorgen Unterschiede im Meldewesen weiterhin dafür, dass gerade die Daten auf Landkreis-Ebene von unterschiedlicher Qualität sind, da sie unterschiedlich schnell ans Robert Koch-Institut gelangen. Da inzwischen die allermeisten Kreise am Wochenende nicht mehr ans RKI melden, flachen zudem die Inzidenzkurven am Wochenende ab und steigen zu Wochenbeginn durch die Nachmeldungen scheinbar an. Die aktuellsten Werte sind daher nicht besonders aussagekräftig. Sinnvoller ist es zu schauen, wie sich der Trend etwa in der vergangenen Woche entwickelt hat. Gab es hier einen Anstieg oder ein Abfallen über mehrere Tage?

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Hospitalisierungsinzidenz: Corona-Positive im Krankenhaus

Auch die Hospitalisierungsrate ist nach wie vor ein wichtiger Indikator für die Lagebewertung in der Pandemie. Sie gibt an, wie viele Menschen mit positivem Coronatest pro Woche in Kliniken aufgenommen wurden, umgerechnet auf 100.000 Einwohner.

Für die Maßzahl spricht, dass sie Hinweise darauf geben kann, wie stark das Gesundheitssystem durch Corona-Fälle belastet ist. Denn auch wenn Menschen nicht wegen sondern mit Corona ins Krankenhaus kommen: Sie müssen isoliert werden und bedeuten somit für die Kliniken einen erhöhten Aufwand. Jedoch wird der Wert aufgrund von Nachmeldungen teilweise stark unterschätzt. Um die Situation realistischer abzubilden, nutzt der NDR darum eine von Forschenden entwickelte Schätzung. Bei dieser wird berücksichtigt, wie viele Nachmeldungen voraussichtlich in Zukunft noch zum aktuellen Wert hinzukommen werden.

Intensivbettenbelegung mit Covid-19-Patienten

Die Auslastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten ist weitgehend frei von Meldeverzügen. Die Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in der folgenden Grafik zeigen, welcher Anteil an Intensivbetten durch Corona-positive Patienten belegt ist. Hierbei wird nicht unterschieden, ob ein Patient mit oder wegen Corona auf der Intensivstation liegt. Denn auch wenn die Corona-Infektion nicht der Grund des Krankenhausaufenthalts ist, müssen diese Patienten dennoch isoliert werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Wie viel Krankenhauspersonal überhaupt zur Verfügung steht, um alle Patientinnen und Patienten zu versorgen, ist aus den Daten nicht ersichtlich.

Der Anteil aller mit Sars-CoV-2 infizierten Patienten auf Intensivstationen hat deutschlandweit und auch in den norddeutschen Bundesländern zuletzt mit Abebben der Herbstwelle abgenommen.

Omikron: Höchstwerte bei Neuinfektionen

Im Verlauf der Pandemie wurde deutlich, dass unterschiedliche Virusvarianten unterschiedlich stark krank machen. Während der Omikron-Welle im Frühjahr 2022 stieg die Zahl der Neuinfizierten extrem stark. Dennoch führte dies nicht zu einer übermäßigen Belastung der Intensivstationen. Im Gegenteil: Trotz höchster Inzidenzwerte sank die Zahl der Intensiv-Patienten lange Zeit kontinuierlich. Neben dem in der Regel leichteren Verlauf durch Omikron und neuer Behandlungsmethoden lag das auch daran, dass inzwischen große Teile der Bevölkerung geimpft sind.

Impfquote in den Bundesländern

Wie sehr kommende Infektionswellen die Gesellschaft beeinflussen werden, hängt auch maßgeblich davon ab, welcher Anteil der Menschen einen effektiven Immunschutz gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 hat. Die Impfquote spielt hier eine entscheidende Rolle. Nach wie vor gilt, dass Menschen mit zwei oder drei Impfungen sehr viel besser gegen eine Infektion mit schwerem Verlauf geschützt sind als Ungeimpfte. Zurzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (StiKo) diese Personen ab 60 Jahren und bestimmten Risikogruppen. Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC empfiehlt allen über 60-Jährigen einen zweiten Booster.

Covid-19-Todesfälle der vergangenen sieben Tage im Norden

Aufgrund der schwächeren Verläufe und dank Fortschritten in der Behandlung erreichte die Zahl der Corona-Toten in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr die Höchstwerte aus der Anfangszeit der Pandemie. Während der Omikron-Welle im Frühjahr 2022 erkrankten jedoch große Teile der Gesellschaft. Diese stärkere Durchseuchung ließ auch die Zahl der Toten wieder steigen.

Omikron-Variante BA.5 ist dominant und hochinfektiös

Die Wahrscheinlichkeit für eine neue Pandemiewelle ist besonders hoch, wenn sich eine neue Virusvariante durchsetzt. Denn die neue Version des Erregers hat sich möglicherweise so verändert, dass sie ansteckender ist als die vorherige oder den Impfschutz besser umgeht.

Seit Beginn des vergangenen Jahres dominiert in Deutschland die Omikron-Variante. Sie hat andere Varianten wie Alpha oder Delta vollständig verdrängt. Die Omikron-Variante kommt wiederum in verschiedenen Subtypen vor. Von diesen dominiert inzwischen der Subtyp BA.5, der sich besonders schnell ausbreitet. Der Anteil von BA.5 ist zu Beginn des neuen Jahres weiter gesunken - er lag in der Kalenderwoche 2 aber immer noch bei 74 Prozent.

Zudem kursiert seit ein paar Wochen ein neuer Omikron-Subtyp: Die Corona-Variante XBB.1.5. hat sich laut RKI in den USA "mittlerweile stark verbreitet". Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern wird der neue Subtyp verstärkt nachgewiesen. So sei der Anteil laut RKI deutlich angestiegen und mache hierzulande nun fast fünf Prozent aus.

 

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 13.09.2022 | 19:30 Uhr

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