Wenig Biontech-Impfstoff für Arztpraxen - Kritik an Verteilung

Stand: 26.05.2021 07:59 Uhr

Kritik von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg: Die Impfkampagne könne bei den niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen nicht richtig Fahrt aufnehmen. Grund ist demnach, dass die Bundesregierung Impfstoff zurückhält.

Der Biontech/Pfizer-Impfstoff wird jetzt offenbar vom Bund "angespart" für die geplante Impfung von Schülerinnen und Schülern sowie für die Impfkampagne der Betriebsärztinnen und Betriebsärzte. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Walter Plassmann, ärgerte sich im Gespräch mit NDR 90,3: Den niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen sei lange versprochen worden, dass sie bald richtig loslegen könnten. Das gehe aber im Juni immer noch nicht, weil es in der ersten Juni-Woche pro Arzt oder Ärztin höchstens 24 Dosen Biontech für Erstimpfungen gebe. Und laut Lieferprognose des Bundes wird es auch im Monatsverlauf nicht viel mehr.

Hören Hausärzte dann auf mit dem Impfen?

Betriebsärztinnen und -ärzte sollen für den Impfstart in Unternehmen ab 7. Juni dagegen bis zu 800 Dosen pro Woche bestellen können, so Plassmann. Er fürchtet, dass durch die Umverteilung viele niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen erstmal ganz aufhören könnten zu impfen, weil der Aufwand für so wenige Dosen zu hoch sei. Auf eine Nachfrage zu angeblichen Impfstoff-Rücklagen hat das Bundesgesundheitsministerium bisher nicht geantwortet.

Möglicherweise keine Impfempfehlung für Kinder

Ob es eine generelle Corona-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche geben wird, ist fraglich. Offenbar wird die Ständige Impfkommission (Stiko) eine solche Empfehlung gar nicht abgeben. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, will die Stiko sie nur 12- bis 15-Jährigen mit bestimmten Erkrankungen empfehlen. Grund dafür ist wohl auch eine zu geringe Datenlage, um Risiko und Nutzen für die Altersgruppe abzuwägen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.05.2021 | 06:00 Uhr

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