Die Aufschrift "Corona Impfstation" und weitere Hinweise sind auf einem umgekippten Aufsteller zu lesen, während eine Passantin vor dem als Impfstation und Schnelltest-Center eingerichteten Container vorbeiläuft. © picture alliance/dpa Foto: Jonas Walzberg

Sozialsenatorin Leonhard bittet bei Corona-Impfungen um Geduld

Stand: 01.12.2021 14:27 Uhr

Nach zum Teil stundenlangen Wartezeiten vor den Corona-Impfstellen in Hamburg hat Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) die Bürgerinnen und Bürger um Geduld gebeten.

"Wir haben in der vergangenen Woche 78.000 Impfungen durchgeführt. Wir sind jetzt weiter im Hochlauf", sagte Leonhard am Mittwoch. Wenn die Impfstoffe nicht weiter limitiert würden, gehe es auch voran. "Sie müssen aber wissen, es geht nur schrittweise", sagte Leonhard.

Impfstoff ist derzeit knapp

Sie erinnerte daran, dass die Auffrischungsimpfung nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der zweiten Impfung erfolgen soll. "Wir sind im Moment weiterhin in der Situation, dass wir jede Woche genau einteilen müssen, was haben wir an Impfstoffen bekommen und was impfen wir", sagte Leonhard. So sei vom Impfstoff Biontech in der vergangenen Woche weniger als die Hälfte der bestellten Menge geliefert worden. Und auch bei Moderna sei jetzt avisiert worden, dass es zu Kontingentierungen komme, sagte Leonhard. Allerdings stehe bislang noch viel Moderna-Impfstoff zur Verfügung.

"Wir müssen die Impflücke schließen"

Vorrang vor den Booster-Impfungen hätten Erstimpfungen, betonte die Senatorin. Sie sagte: "Wir müssen die Impflücken schließen." Erste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Impfungen seien die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. "Rechnen Sie aber nicht damit, dass Sie morgen in die Praxis bestellt werden." Sollte das nicht zum Ziel führen, gebe es Impftermine über die Telefonnummer 116 117, sagte Leonhard. Erst wenn auch das nicht funktioniere, stünden die städtischen Angebote zur Verfügung.

Addo rät zu Corona-Impfung bei Kindern

Die Hamburger Virologin Marylyn Addo hat derweil zu einer Corona-Impfung bei Kindern geraten. Inzwischen gebe es relativ viele Sicherheitsdaten zu Impfungen in verschiedenen Altersgruppen, auch bei Kindern, sagte die Leiterin der Infektiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). "Die Wirksamkeit bei den Kindern war sehr hoch, die Verträglichkeit war sehr hoch, besser sogar als bei den Erwachsenen", erklärte sie. Natürlich müssten vor einer Impfung von Kindern die Eltern individuell beraten werden, betonte Addo. Die Risiko-Nutzen-Bewertung sei jedoch in den meisten Fällen sehr eindeutig. "Meine Kinder sind beide geimpft", sagte sie. Der Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen ihren Corona-Impfstoff für Kinder von fünf bis elf Jahren nun schon am 13. Dezember und damit eine Woche früher als geplant in der EU ausliefern. Der niedriger dosierte und deshalb neu abgefüllte Impfstoff soll an diesem Tag zum Start von Impfkampagnen zur Verfügung stehen.

Bald weitere Erkenntnisse zu Omikron-Variante erwartet

Addo geht davon aus, dass in den kommenden zwei Wochen erste Untersuchungsergebnisse über die neue Corona-Variante Omikron vorliegen. Derzeit könne man jedoch noch nicht viel darüber sagen, wie ansteckend die in Südafrika entdeckte Variante ist und wie schwer man an ihr erkranken kann. Angesichts der neuen Variante und voller Krankenhäuser appellierte die Medizinerin Addo dringend an alle, sich impfen zu lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.12.2021 | 17:00 Uhr

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