VIDEO: Hamburg geht zurück in den Lockdown (3 Min)

Hamburger Senat zieht die Corona-Notbremse

Stand: 19.03.2021 15:44 Uhr

Nach drei Tagen mit Corona-Inzidenzen über 100 hat Hamburg am Freitag die sogenannte Notbremse gezogen. Damit werden von Sonnabend an die erst Anfang vergangener Woche vollzogenen Öffnungsschritte wieder rückgängig gemacht, wie Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte.

Schon in den vergangenen Tagen hatte der Senat angekündigt, dass er die jüngsten Corona-Lockerungen zurücknimmt, sollte die Inzidenz drei Tage in Folge die 100 überschreiten. Die sogenannte Notbremse tritt nun ab Sonnabend in Kraft. Dann ist im Einzelhandel nur noch "Click & Collect" statt "Click & Meet" möglich. Geschäfte dürfen also keine Kunden mehr mit Termin empfangen, sondern nur noch bestellte Ware herausgeben. Museen, Ausstellungen und Zoos dürfen nicht mehr öffnen - nach genau einer Woche müssen sie in den Lockdown zurück.

Kontaktregeln wieder verschärft

Auch private Kontakte müssen wieder eingeschränkt werden. Sie beschränken sich wieder auf eine Person außerhalb des eigenen Hausstands, allerdings werden Kinder bis 14 Jahre dieses Mal nicht mitgezählt. Auch Sport im Freien ist für Erwachsene nur noch unter diesen Kontaktbeschränkungen möglich. Kinder bis 14 Jahre dürfen aber in Gruppen bis zu zehn Jungen und Mädchen im Freien Sport betreiben.

Tschentscher: Jüngste Öffnungsschritte ein Fehler

"Wir wissen aus den Analysen der letzten Monate, dass Mobilität ein Pandemie-Treiber ist", begründete Tschentscher diese Entscheidung. "Wir sind mit sehr steigenden Infektionszahlen deutschlandweit konfrontiert, wir sind in einer sehr starken Dritten Welle." Er kritisierte, dass sich Bund und Länder trotz steigender Zahlen überhaupt auf Öffnungsschritte eingelassen hatten. Das habe unter anderem zu Shoppingtourismus geführt.

Tschentscher rief andere Bundesländer eindringlich auf, dem Hamburger Beispiel zu folgen. Acht Länder hätten derzeit bereits höhere Inzidenzwerte als die Hansestadt, sagte er. Alle Länder müssten nun "sehr konsequent" die gemeinsamen Beschlüsse zur Notbremse umsetzen. Er sprach sich dafür aus, die Mobilität deutschlandweit wieder einzuschränken. Viren würden keine Landesgrenzen kennen und dort nicht Halt machen. Auch im Hinblick auf die Oster-Feiertage wären Einschränkungen wichtig, so Hamburgs Bürgermeister.

Schulen vorerst nicht betroffen

Die erst Anfang der Woche nach Ende der Frühjahrsferien teils wieder geöffneten Schulen und Kindertagesstätten sind vorerst nicht von der Notbremse betroffen. Tschentscher sagte aber, dass das Thema Schule bei der kommenden Bund-Länder-Konferenz am Montag sicher wieder diskutiert werde. Beim nächsten Corona-Gipfel müssten Bund und Länder die Lage generell neu bewerten.

Leonhard: Impfungen mit AstraZeneca wieder ab Montag

Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) kündigte nach der Empfehlung der Europäische Arzneimittelbehörde an, den Impfstoff von AstraZeneca kommende Woche wieder zu nutzen. "Wir werden mit Eingang der aktuellen AstraZeneca-Lieferung, die uns vermutlich am Montag erreicht, ganz planmäßig diesen Impfstoff wieder einsetzen." Dann würden auch neue Impftermine vergeben.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.03.2021 | 12:00 Uhr

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