Hamburger Corona-Soforthilfe: Mögliche Rückzahlungen beginnen

Stand: 14.10.2021 06:59 Uhr

Hamburg hat bisher rund 80 Millionen Euro der Corona-Soforthilfe zurückgefordert. Die sogenannte HCS (Hamburger Corona-Soforthilfe) gehörte im Frühjahr 2020 zu den ersten Hilfsprogrammen in der Pandemie.

Als absolut niemand so richtig gewusst hat, wie lange man mit Corona zu kämpfen haben würde, sollte es vor allem schnell gehen: Rund 45.000 Solo-Selbständige sowie kleinere Betriebe haben die Hamburger Corona-Soforthilfe bekommen. Zwischen 2.500 und 30.000 Euro wurden jeweils überwiesen. Damit sollten Einnahmeausfälle für einen Zeitraum von zunächst drei Monaten aufgefangen werden.

Empfänger müssen Anspruch jetzt nachweisen

Alle Empfängerinnen und Empfänger sollen jetzt nachweisen, dass sie das Geld damals zu Recht bekommen haben. Ansonsten müssen sie es zurückzahlen. Eine halbe Milliarde Euro hatte die Investitions- und Förderbank nach eigenen Angaben ausgezahlt. Zu den 80 Millionen, die zurückgefordert werden, kommen laut Finanzbehörde noch 20 Millionen Euro, die Empfängerinnen und Empfänger ohne Aufforderung bereits freiwillig zurücküberwiesen haben.

Kritik von Freiberuflichen

Einige der Betroffenen sagten NDR 90,3, dass sie sich weniger Bürokratie und mehr Kulanz bei der Rückzahlung wünschen. Dabei geht es unter anderem um den Zeitraum, für den sie Umsatzausfälle und Kosten geltend machen können. Vor allem Freiberuflerinnen und Freiberufler aus dem Eventbereich kritisieren, dass sie bei den Hilfen eher schlecht wegkommen. Das liegt auch daran, dass sie typischerweise eine schwankende Auftragslage und wechselnde Einnahmen haben.

Peter Feder auf den Fluren von NDR 90,3. © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Ansprüche auf Corona-Soforthilfen müssen jetzt nachgewiesen werden (1 Min)

Aufschub bei Rückzahlung oder Ratenzahlung möglich

Wer jetzt etwas zurückzahlen muss, kann das zunächst auch aufschieben oder Ratenzahlungen vereinbaren. Mehr als 1.000 Empfängerinnen und Empfänger haben das laut Finanzbehörde bisher getan. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sei es wichtig, dass niemand in eine neue Notlage kommt. Er bittet Betroffene, Stundung und Ratenzahlung aktiv zu nutzen.

Wer die HCS bekommen hat und gar nicht auf die Schreiben von der Investitions- und Förderbank reagiert, läuft Gefahr, dass die gesamte genehmigte Summe zurückgefordert wird. Wann die Prüfung aller Hilfszahlungen abgeschlossen ist, kann die Finanzbehörde noch nicht genau sagen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.05.2021 | 06:00 Uhr

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