Corona: Weniger Kontaktnachverfolgung an Hamburgs Schulen

Stand: 24.11.2021 18:27 Uhr

Hamburgs Schulen ächzen unter Corona und den vielen damit verbundenen Aufgaben. Doch jetzt sollen ein paar neue Regeln für Entlastung sorgen.

Die Gesundheitsämter wollen sich jetzt auf Bereiche konzentrieren, wo es zu mehr Infektionen komme als an den Schulen, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Mittwoch. Deswegen unterbleibe an den Schulen künftig die Kontaktnachverfolgung - zumindest dann, wenn nur ein Kind infiziert ist. Wenn dagegen mehrere Kinder einer Klasse infiziert sind, sollen dort auch weiterhin die Kontakte verfolgt werden.

Lockerungen bei der Quarantäne

Lockerungen gibt es auch bei den Quarantäne-Regeln: Sitznachbarn und -nachbarinnen infizierter Kinder müssen nicht mehr zu Hause bleiben. Auch hier beruft sich der Schulsenator auf die Einschätzung der Gesundheitsämter: Die Hauptinfektionsquellen scheinen in den Familien und in der Freizeit zu liegen, und dort werde es selbstverständlich auch Kontaktnachverfolgung geben. Dort gibt es dann auch weiterhin Quarantäne - in den Schulen aber eher im Ausnahmefall. Die Entlastung sei nötig, sagte Rabe. Die Schulen hätten genug damit zu tun, gegen die Lernrückstände durch Corona anzukämpfen.

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Schulbetrieb soll weiterlaufen

Hamburgs Schulsenator will Konsequenzen wie in Brandenburg und Sachsen, wo unter anderem die Weihnachtsferien verlängert werden, nicht ziehen. "Ich finde es zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht angemessen, über weitere Schuleinschränkungen zu reden", sagte Rabe. "Wir müssen darüber reden, dass sich Eltern und Erwachsene impfen lassen." Man müsse aufhören, Kinder in Geiselhaft für ein unvernünftiges Verhalten von Erwachsenen zu nehmen.

Präsenzpflicht soll bleiben

Deshalb werde in Hamburg nicht über verlängerte Weihnachtsferien nachgedacht. Und es werde auch keine Aufhebung der Präsenzpflicht geben. In der Schule sind Kinder nach Meinung des Schulsenators durch das regelmäßige Testen, Lüften, Masketragen und die Luftfilter sicherer untergebracht als in vollen Einkaufszentren, Restaurants oder bei vielen Freizeitaktivitäten. Im bundesweiten Vergleich gebe es kein anderes Bundesland mit einem "so umfassenden Sicherheitspaket" wie Hamburg, sagte Rabe im Hamburg Journal des NDR Fernsehens.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.11.2021 | 17:00 Uhr

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