Stand: 03.07.2018 06:35 Uhr

Wohnungsbau wird für SAGA schwieriger

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA hält an ihrem Ziel von 2.000 neuen Wohnungen pro Jahr in Hamburg fest, sieht aber zunehmende Probleme auf sich zukommen. Die niedrig hängenden Früchte seien bereits gepflückt, sagte Vorstandssprecher Thomas Krebs am Montag. "Nun kommen die höher hängenden." Das Ziel von 2.000 Wohnungen sei ambitioniert. Krebs: "Wir brauchen dafür Grundstücke, und auch die Entwicklung der Baukosten macht uns große Sorgen. Hier werden wir mit dem Hamburger Senat dran arbeiten müssen."

Kaum Potenzial für Nachverdichtung

Das Potenzial für die Nachverdichtung innerhalb des SAGA-Bestandes sei weitgehend ausgeschöpft. Die nächsten Projekte würden konfliktträchtiger, komplizierter und teurer. Dennoch werde die SAGA jedes Jahr um die 2.000 neue Wohnungen auf den Weg bringen, so viel wie zuletzt in den 1960er- und 70er-Jahren. "Aber damals waren das Großsiedlungen mit mehreren Tausend Wohneinheiten", sagte Krebs. Das sei heute nicht mehr das Ziel, sondern die Entwicklung der Quartiere. Die SAGA werde im nächsten Schritt die neuen Stadtentwicklungsflächen nutzen und später auch bestehende Gebäude abreißen und neu bauen, um zusätzliche Wohnflächen zu gewinnen.

Gesamtverschuldung steigt

Die SAGA habe im vergangenen Jahr einen Überschuss von mehr als 200 Millionen Euro erwirtschaftet, so Krebs. Die Gesamtverschuldung des Unternehmens steige durch die geplanten Investitionen bis 2022 um eine Milliarde auf 3,2 Milliarden Euro, so Krebs.

Größter Einzelvermieter in Hamburg

Die SAGA vermietet in der Hansestadt rund 132.000 Wohnungen und 1.500 Gewerbeobjekte und ist damit der größte Einzelvermieter. Als städtischer Konzern verfolgt die SAGA nicht nur wirtschaftliche Ziele, sondern soll den sozialen Ausgleich in den Wohnquartieren im Auge haben.

Durchschnittsmiete bei 6,44 Euro pro Quadratmeter

Die Durchschnittsmiete der SAGA-Wohnungen lag im vergangenen Jahr den Angaben zufolge bei 6,44 Euro kalt pro Quadratmeter - und damit rund 20 Prozent unter dem Mittelwert des Hamburger Mietenspiegels. Pro Quadratmeter sei die Miete durschnittlich um 11 Cent erhöht worden. In einkomensschwächeren Stadtteilen habe die SAGA auf eine Anhebung verzichtet. Für das laufende Jahr kündigte SAGA-Vorstand Wilfried Wendel leicht steigende Betriebskosten an. Zurzeit gehe die Gesellschaft von etwa drei bis fünf Prozent Aufschlag für die Heizkosten aus.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.07.2018 | 15:00 Uhr

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