Stand: 11.12.2019 06:29 Uhr  - NDR 90,3

Wirtschaft diskutiert über Hamburger Klimaplan

Die Neuauflage des Hamburger Klimaplans ist erstmals breiter von Wirtschaftsvertretern diskutiert worden. In der Hamburger Handelskammer nahm Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Dienstagabend vor mehr als 300 Zuhörern Stellung.

"Die Märkte kriegen das nicht hin"

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Ernst Ulrich von Weizsäcker warnte in der Handelskammer vor den Folgen des Klimawandels.

Es gibt Bedenken in der Wirtschaft, aber keine grundsätzliche Kritik an den Klimaplänen des Senats. In der Handelskammer gab es sogar Lob, und zwar von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Umweltwissenschaftler und Mitglied des Club Of Rome: "Ich höre mit Bewunderung vom Hamburger Klimaplan, gratuliere, sehr schön." Allerdings machte von Weizsäcker auch klar, wie dramatisch die Lage seiner Meinung nach ist. Die Welt stehe "in Flammen" - nicht nur jetzt in Australien. Der Verbrauch von Natur und Energie müsse teurer werden. "Die Märkte kriegen das nicht hin. Wir müssen politisch dafür sorgen, dass das passiert", sagte von Weizsäcker.

Sind Industrie-Kunden und Verbraucher bereit das zu bezahlen? Ein Teil der Wirtschaftsvertreter zeigte sich skeptisch, zum Beispiel von Hapag-Lloyd und den Stahlwerken. Trotzdem gab es Applaus für Umweltsenator Kerstan, der klar machte, Hamburg werde nicht warten sondern jetzt vorangehen.

Klimaplan mit ehrgeizigen Zielen

Der Senat hatte in der vergangenen Woche die Fortschreibung des Klimaplans vorgestellt. Mit mehr als 400 Maßnahmen will Hamburg demnach den CO2-Ausstoß bis 2030 drastisch senken. Der Klimaplan sieht deutliche Einschränkungen für Bürger, Betriebe und Verkehr vor. Demnach sollen die CO2-Emissionen in zehn Jahren um 55 Prozent unter denen von 1990 liegen - eine Einsparmenge von 7,1 Millionen Tonnen. Mindestens zwei Milliarden Euro wird allein die Stadt in den nächsten zehn Jahren dafür ausgeben, etwa für sauberen Nahverkehr und eine kohlefreie Fernwärme.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.12.2019 | 06:00 Uhr

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