Stand: 23.10.2019 14:12 Uhr

Wasserstoff: Hamburg und Kiel wollen Vorreiter sein

Hamburg und Schleswig-Holstein wollen Norddeutschland zum Zentrum der Wasserstoff-Technologie machen. "Wir wollen hier etwas entstehen lassen, das es weltweit nicht gibt", sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) am Mittwoch bei der Eröffnung des Internationalen Wasserstoff-Symposiums in der Hansestadt. Mehr als 700 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Forschung wollen zwei Tage über das Potenzial der Wasserstofftechnologie diskutieren.

Große Chance für den Norden

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther und Hamburgs Wirtschaftssenator Westhagemann besuchen einen Ausstellungsstand.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) betonte, der Norden habe eine einmalige Chance, den industriellen Vorsprung Süddeutschlands aufzuholen. Günther: "Das ist für uns eine Riesenchance, weil wir bei uns ja Strom im Überfluss haben, und wir merken, dass der Netzausbau hängt. Wasserstoff als Antriebsform sorgt für echte Wertschöpfung im Norden. Deshalb ist das Thema für uns so wichtig." Westhagemann betonte die Bedeutung der Technologie für die Energiewende: "Wenn man CO2-frei werden will, braucht man Wasserstoff".

Als Energiespeicher von großer Bedeutung

Wasserstoff gewinnt als Energiespeichertechnologie immer größere Bedeutung und ist für den Norden mit seinem im Überfluss vorhandenen Wind besonders interessant. Wird Windstrom in Wasserstoff umgewandelt, kann er zum Beispiel in den Bereichen Mobilität, Industrie, synthetische Kraftstoffe und in der maritimen Wirtschaft eingesetzt werden.

Westhagemann: "Interesse ist riesengroß"

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann wünscht sich von der Bundesregierung mehr Interesse für das Thema Wasserstoff. Weltweit schaue man auf Norddeutschland, das zeige auch die Beteiligung an dem Symposium. "Es ist China da, es ist Japan da, Südkorea und Kanada. Man sieht, das Interesse ist riesengroß." Westhagemann kündigte auch den Ausbau der Wasserstoff-Tankstellen an - von jetzt 79 bundesweit auf 500 in drei Jahren.

"Grüner" Energiespeicher Wasserstoff

Wasserstoff ist keine Energiequelle wie Erdöl, Wind oder Sonnenenergie, sondern ein Energiespeicher. Von Natur aus kommt Wasserstoff nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser oder Erdgas. Um das farblose chemische Element aus dieser Bindung abzuspalten, ist Energie notwendig. Um umweltfreundlichen Wasserstoff zu erzeugen, werden regenerative Energien wie Solar­ oder Windenergie verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten (Elektrolyse).

Regenerativ erzeugter "grüner" Wasserstoff ist ein Schlüsselenergieträger der Energiewende. Er kann nach Darstellung von Experten auch zeitliche und räumliche Schwankungen der Stromgewinnung aus Solar- oder Windenergie ausgleichen.

Ein Großteil des in Deutschland produzierten Wasserstoffs ist allerdings "grauer Wasserstoff": Er entsteht als Nebenprodukt in der Chemieindustrie oder wird aus fossilen Energieträgern erzeugt. Bei dem Verfahren wird das Treibhausgas Kohlendioxid ausgestoßen. (Quelle: dpa)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.10.2019 | 13:00 Uhr

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