Stand: 01.06.2018 15:09 Uhr

Überlastung: Staatsanwälte lassen Arbeit liegen

Die Hamburger Staatsanwaltschaft klagt weiter über Überlastung und hat Konsequenzen angekündigt: Über den Sommer werde man Verwaltungsarbeiten liegen lassen. Die Verbrechensbekämpfung werde aber nicht darunter leiden, betonte der Erste Oberstaatsanwalt Gerald Janson. Ladendiebe und Betrüger würden mit gleicher Intensität verfolgt wie zuvor.

Behördenleitung schickte E-Mail

Bei bereits verurteilten Straftätern könne es aber zum Beispiel passieren, dass ihre Strafe erst im Herbst ins Bundeszentralregister eingetragen werde. Solche Verwaltungsarbeiten sollen über den Sommer hinten angestellt werden, wie die Behördenleitung allen Mitarbeitern in einer Rundmail mitgeteilt hat.

Der Grund liegt in einer akuten Überlastung der Staatsanwaltschaft, besonders der Geschäftsstellen. Staatsanwälte und Richter beklagen seit Langem die schlechte Ausstattung ihrer Abteilungen.

Neue Stellen geschaffen

Das Problem ist der Justizbehörde bekannt: Seit 2015 wurden deshalb bei der Staatsanwaltschaft 37,5 neue Stellen geschaffen. Die Personaldecke in der Justiz ist aber weiterhin so dünn, dass es - wie jetzt in der Hauptabteilung 2 der Staatsanwaltschaft - in Urlaubs- und Krankheitszeiten immer wieder zu Ausfällen kommt.

In Altona musste Anfang des Jahres sogar das Nachlassgericht für mehrere Wochen schließen, weil der Betrieb mangels Mitarbeitern nicht aufrecht zu erhalten war.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.06.2018 | 15:00 Uhr

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