Stand: 25.02.2018 12:42 Uhr

Tausende fordern Erhalt katholischer Schulen

In Hamburg haben am Sonnabend Schüler, Eltern und Lehrer in der Innenstadt demonstriert: Unter dem Motto "Rettet 21" forderten sie den Erhalt aller 21 Schulen des Erzbistums in der Hansestadt. Die Veranstalter sprachen von bis zu 5.000 Teilnehmern, die Polizei von etwa 3.500. Die Demonstranten starteten auf dem Gänsemarkt und zogen weiter zu einer Kundgebung auf dem Rathausmarkt. Mit dabei war unter anderem die Vorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands, Marie-Theres Kastner. Sie kritisierte, dass das Erzbistum ausgerechnet Schulen in problematischen Stadtvierteln schließen wolle. Dort werde der Glaube gelebt und sie seien offen für alle Kinder. "Wer heute katholische Schulen schließt, predigt morgen vor leeren Kirchenbänken", sagte Kastner.

Genossenschaft hat ein Viertel zusammen

Wegen seiner hohen Schulden will das Erzbistum mindestens 5 der 21 Schulen schließen. Für drei weitere Schulen wird nach einer Lösung gesucht. Die "Initiative für eine Hamburger Schulgenossenschaft“ will eine Genossenschaft mit einem Grundkapital von rund zehn Millionen Euro zur Übernahme der Schulen gründen.

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Tausende Menschen versammelten sich auf dem Rathausmarkt.

Finanziert werden soll das durch den Verkauf von Genossenschafts-Anteilen. Nach Informationen von NDR 90,3 gibt es schon Zusagen für fast ein Viertel der Summe - also knapp 2,5 Millionen Euro. Die Gründerin der Initiative "Rettet 21", Jutta Spohrer, forderte das Erzbistum auf, sich zu bewegen. Aber auch die Stadt stehe in der Pflicht, die katholischen und anderen Privatschulen auskömmlich zu finanzieren, betonte sie. Das tue sie seit Jahrzehnten nicht.

Lösung bis zu den Sommerferien?

Das Erzbistum und die Vertreter der Schulgenossenschaft verabredeten, einen neue Form gemeinsamer Verantwortung für das katholische Schulwesen in Hamburg zu finden. "Es besteht Einigkeit darin, dieses zukunftsfähig weiterzuentwickeln", erklärte ein Sprecher des Erzbistums. Bis zum Beginn der Sommerferien solle eine Lösung in allen wesentlichen Fragen gefunden werden. Die Genossenschaft wird von prominenten Hamburgern unterstützt, darunter der frühere Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Der Erzbischof hatte sich am Freitag auch mit Vertretern des Schulausschusses der Bürgerschaft getroffen.

Erst am Freitagnachmittag hatten sich Erzbischof Stefan Heße und Elternvertreter zu einem Gespräch getroffen. Es sei offen und konstruktiv gewesen, sagte Henrik Lesaar von der Gesamtelternvertretung. Beide Seiten seien sich einig über die Bedeutung der katholischen Schulen. Es habe eine gewisse Bewegung in dem Streit gegeben. "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass der Erzbischof an einer konstruktiven Lösung interessiert ist", sagte Lesaar.

Die katholische Kirche ist der größte private Schulträger in der Hansestadt und betreibt 21 Bildungseinrichtungen mit rund 9.000 Schülern.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.02.2018 | 17:00 Uhr

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