Suezkanal-Blockade: Folgen für Hapag-Lloyd und Hamburgs Hafen

Stand: 08.04.2021 19:54 Uhr

Die vor rund eineinhalb Wochen aufgelöste Blockade des Suezkanals wirbelt den Fahrplan der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd weiter durcheinander. Das sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen am Donnerstag.

"Obwohl die Blockade relativ schnell aufgelöst worden ist, sind wir noch nicht zurück im Normalbetrieb", so Habben Jansen. Während der Blockade hätte auch nicht viel gefehlt und Hapag-Lloyd hätte seine Schiffe auf den Umweg um Afrika geschickt. "Ich denke, wir waren 24 bis 48 Stunden von dieser Entscheidung entfernt", sagte Habben Jansen. So hätten jedoch nur sechs Allianz-Schiffe den Weg um das Kap der Guten Hoffnung eingeschlagen.

Fast 370 Schiffe steckten fest

Der 400 Meter lange Containerfrachter "Ever Given" hatte den Suezkanal als eine der meistbefahrenen Routen der Welt vom 23. bis zum 29. März sieben Tage blockiert. Dadurch kamen laut Hapag-Lloyd 369 Schiffe nicht mehr weiter, darunter 9 Frachter der Hamburger Reederei.

Frachter erreichen Europa

Nach und nach kommen die betroffenen Schiffe nun in Europa an. Wann und mit wie viel Verspätung die Frachter in Hamburg einlaufen, hängt unter anderem davon ab wie schnell sie vorher in Rotterdam abgefertigt werden. Hamburg ist eine der letzten Stationen auf der sogenannten Nordroute.

Peter Feder auf den Fluren von NDR 90,3. © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Hamburger Hafen und die Folgen der Suezkanal-Blockade (1 Min)

Auch andere Faktoren bringen Schiffsfahrplan durcheinander

Der Unternehmensverband Hafen Hamburg rechnet in den kommenden Wochen mit fünf bis zehn Prozent mehr Exportmenge als üblich. Damit die Container mit der bereitstehenden Ware nicht alles verstopfen hat die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) zusätzliche Flächen reserviert. Die Havarie der "Ever Given" sei neben der Corona-Pandemie oder dem Brexit nun ein weiterer Faktor, der den Schiffsfahrplan durcheinander bringe, sagte eine HHLA-Sprecherin NDR 90,3. Kaum ein Frachter habe Hamburg in diesem Jahr bisher pünktlich erreicht.

Kein Schiff-Stau auf der Elbe

Schiffe, die wie an der Perlenschnur aufgezogen die Elbe bei Hamburg blockieren, wird es übrigens nicht zu sehen geben. Jede Einfahrt wird von der Nautischen Zentrale koordiniert und die Containerriesen werden vorher gegebenenfalls in der Deutschen Bucht "geparkt".

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.04.2021 | 09:00 Uhr

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