Stand: 10.06.2020 07:27 Uhr

Streit über Schulunterricht in den Ferien

Der Plan der Hamburger Schulbehörde für sogenannte Lernferien stößt auf lauten Protest. Wegen des Unterrichtsausfalls durch Corona sollen die Schulen während der Sommerferien zusätzlichen Unterricht organisieren.

Selten hat es so scharfe Kritik an der Schulbehörde gegeben. Man sei fassunglos über deren Ignoranz, erklärte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. An Rücksichtslosigkeit sei das kaum noch zu überbieten, heißt es bei der Vereinigung der Stadtteilschulleitungen. Es geht um die Aufforderung der Behörde, in den Sommerferien während zweier Wochen Extra-Unterricht zu organisieren - für Schüler mit Nachholbedarf. Schulen in sozial schwierigen Lagen sollen durch die Volkshochschule unterstützt werden. Die anderen sollen eigene Lehrkräfte oder Honorarkräfte einsetzen.

Schulen fühlen sich durch Corona extrem belastet

Zwei Wochen vor den Ferien sei das nicht organisierbar, sagte ein Schulleiter NDR 90,3. Der Protest ist deshalb so vehement, weil die Schulen sich durch die Corona-Maßnahmen ohnehin extrem belastet fühlen. Man habe sich quasi neu erfinden müssen, heißt es in einem Protestbrief.

Rabe verteidigt Plan

Schulsenator Ties Rabe (SPD) versteht die Aufregung nicht. Es gehe um den Anspruch der Schülerinnen und Schüler, gut gebildet zu sein. Das "Lernferien"-Angebot sei freiwillig für Schüler und Lehrkräfte. Auch könne man es zur Not auf die Herbstferien verschieben, sagte Rabe im Gespräch mit NDR 90,3.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.06.2020 | 07:00 Uhr

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