Solarbetriebener Katamaran soll Müll sammeln

Stand: 21.07.2021 16:34 Uhr

Die Umweltorganisation "One Earth - One Ocean" (oeoo) hat in Hamburg ein solarbetriebenes Müllsammelschiff in Betrieb genommen. Der Katamaran "Circular Explorer" soll nach der Schiffstaufe bis Oktober in der Ostsee umhertreibende Fischernetze einsammeln.

Im kommenden Jahr soll das Schiff in die Bucht vor der philippinischen Hauptstadt Manila gebracht werden, "um in einigen der weltweit am stärksten verschmutzten Gewässer als Flaggschiff einer kleinen Flotte elektrisch betriebener oeoo-Müllsammelschiffe den Kampf gegen den Plastikmüll aufzunehmen", wie die Organisation mitteilte.

"Neueste Waffe im Kampf gegen den Plastikmüll"

Bertrand Piccard, Abenteurer, spricht vor der Taufe der "Circular Explorer". Die Umweltorganisation "One Earth - One Ocean" hat in Hamburg ein solarbetriebenes Müllsammelschiff in Betrieb genommen. © picture alliance / dpa Foto: Jonas Walzberg
"Großartiges Beispiel": Umweltaktivist und Solarpionier Bertrand Piccard bei der Schiffstaufe in Hamburg.

Der "Circular Explorer" wurde von oeoo entwickelt und vom Schweizer Baustoffkonzern Holcim finanziert. Der Katamaran kann nach Angaben der Organisation bis zu 4.000 Kilogramm Plastikmüll pro Tag aus dem Meer fischen. "Der "Circular Explorer" ist unsere neueste und modernste Waffe im Kampf gegen den Plastikmüll", sagte oeoo-Gründer Günther Bonin.

Der Schweizer Umweltaktivist und Solarpionier Bertrand Piccard nannte den "Circular Explorer" ein "großartiges Beispiel mit seiner wichtigen Mission, die Grenzen der Kreislaufwirtschaft zu verschieben, um unseren Ozean von Plastikmüll zu befreien". Piccard hatte 2015 und 2016 die Erde in mehreren Etappen mit einem Solarflugzeug umflogen, das keinen Tropfen Benzin brauchte. Mit seiner Stiftung "Solar Impulse" will er technologische Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels entwickeln.

Umgebauter Frachter soll Müll in Energie umwandeln

"One Earth - One Ocean" verfolgt seit 2011 das Ziel, Gewässer weltweit von Plastikmüll, aber auch von Verschmutzungen durch Öl und Chemikalien zu befreien. Die Umweltorganisation kündigte für 2024 einen umgebauten Mehrzweckfrachter namens "SeeElefant" an, "der den Müll nicht nur sammeln, sondern auch zu 99 Prozent in Energie umwandeln und dabei mehrere tausend Tonnen laden und verarbeiten kann".

Weitere Informationen
Swaantje Güntzel sitzt mit Plastikflaschen vor einem Bild im Museum © Swaantje Güntzel/Henriette Pogoda Foto: Henriette Pogoda

Plastik im Meer: Hamburgerin provoziert mit Aktionskunst

Die Hamburger Künstlerin Swaantje Güntzel bringt mit ihren Aktionen das Plastik aus dem Meer zurück in die Lebenswirklichkeit der Menschen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 21.07.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Katharina Fegebank auf dem Gelände des NDR am Rothenbaum. © NDR Foto: Lisanne Drägert

Fegebank räumt Fehler der Grünen im Bundestagswahlkampf ein

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Katharina Fegebank (Grüne), räumt im Sommerinterview von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal Fehler beim Bundestagswahlkampf ihrer Partei ein. mehr