Stand: 22.05.2020 11:29 Uhr

Rot-grüne Beschlüsse: Kritik von Wohnungsbauern

Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmer, beim Bürgergipfel im Edelfettwerk in Eidelstedt. © NDR Foto: Phlipp Szyza
Andreas Breitner (Archivfoto) vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen spricht von "unwirtschaftlichen ökologischen Blütenträumen".

Die Einigung von Hamburgs SPD und Grünen bei den Koalitionsgesprächen zur Stadtentwicklung stoßen auf Kritik der Wohnungsbauer. Sie kritisieren, dass die Grünen sich damit durchgesetzt haben, dass in angesagten Quartieren wie etwa Ottensen, St. Georg und Blankenese 50 Prozent günstige Wohnungen gebaut werden sollen. Bislang soll hamburgweit ein Drittel des Neubaus auf Sozialwohnungen entfallen.

Querfinanzierung schwierig

Andreas Breitner vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) moniert, eine starre 50-Prozent-Quote verhindere viele Bauprojekte. Sozialwohnungen müssten quersubventioniert werden durch teurere Wohnungen. Wegen explodierender Bau- und Bodenpreise seien 50 Prozent Billigwohnungen aber nicht zu finanzieren.

Der Verband VNW vertritt die Unternehmen, die die meisten Sozialwohnungenn bauen, nämlich die SAGA und die Genossenschaften. Wenn gerade ihr Verband Kritik äußert, ist das für den Senat ein Problem.

Lob für Verlängerung der Sozialbindung

Kritik äußert Breitner auch daran, dass Hamburgs Grüne den städtischen Wohnbetrieb Fördern & Wohnen vermehrt zum Wohnungsbauer machen. Er spricht von "unwirtschaftlichen ökologischen Blütenträumen", die zu Lasten von bezahlbarem Wohnen gingen. Lob gibt es für die Verlängerung der Sozialbindung auf 30 Jahre und den Vorstoß zur Begrenzung von Mieterhöhungen.

Weitere Informationen
.

SPD und Grüne wollen mehr bezahlbaren Wohnraum

Bei den Koalitionsgesprächen von SPD und Grünen stand am Mittwoch auch das Thema Wohnraum im Vordergrund. Man wolle den geförderten Wohnungsbau stärken, hieß es. (20.05.2020) mehr

Baustelle mit Kränen in Hamburg

Fast 10.000 neue Wohnungen im vergangenen Jahr fertig

Etwas weniger als im Vorjahr, dennoch der zweitbeste Wert seit Jahrzehnten: In Hamburg sind 2019 fast 10.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Die Durchschnittsgröße ist gestiegen. (19.05.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.05.2020 | 11:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). © picture alliance/dpa | Marcus Brandt Foto: Marcus Brandt

Infektionsschutz: Tschentscher sieht Lücken in Gesetzentwurf

Hamburgs Bürgermeister hält den Entwurf für ein neues Infektionsschutzgesetz aus dem Kanzleramt für nicht streng genug. mehr