Stand: 23.10.2019 16:13 Uhr

Lotsenschoner "No. 5 Elbe" huckepack zur Werft

Der havarierte Lotsenschoner "No. 5 Elbe" ist nach einem Zwischenstopp im Hamburger Hafen auf dem Weg zur Reparatur nach Dänemark. Am Mittwochvormittag wurde das historische Schiff für den Transport nach Hvide Sande auf ein Frachtschiff verladen. Dabei gab es spektakuläre Bilder: Zwei Schwimmkräne der HHLA hoben den 74 Tonnen schweren Rumpf des Lotsenschoners behutsam aus dem Wasser und setzten ihn im Laderaum des Küstenmotorschiffs "Rix Spring" aus Riga ab.

In Dänemark wartet Schadensanalyse

Mit diversen Spanngurten wurde der Lotsenschoner von Fachleuten gesichert. Nach der Ankunft bei der "Hvide Sande Shipyard" werden Mobilkräne den Rumpf wieder ins Wasser setzen. In einer Werfthalle ist dann eine genaue Schadensanalyse geplant. Allein rund 150 laufende Meter Schiffsplanken und diverse Spanten müssen ausgetauscht werden.

Damit will die auf Holzschiffe spezialisierte Werft im Frühsommer nächsten Jahres fertig sein. Danach soll das Rigg erneut gestellt werden und die Inneneinrichtung zurück an Bord kommen. Wann der Lotsenschoner komplett repariert wieder in Fahrt gehen kann, ist noch offen.

Schaden im Rumpf abgedichtet

Am vergangenen Mittwoch war das Schiff vom Schlepper "Johannes" von der Peters Werft in Wewelsfleth nach Hamburg geschleppt worden. Der hölzerne Rumpf wurde in den Hansahafen gebracht. Um den Transport nach Hamburg zu gewährleisten, mussten zuvor die schwersten Schäden beseitigt werden. In der Peters Werft in Wewelsfleth arbeiteten Spezialisten wochenlang daran, das klaffende Leck an der Backbordseite des Holzschiffes wieder abzudichten, damit es wieder schwimmt. Der Rumpf wurde beim Zusammenstoß derart eingedrückt, dass Planken und Spanten brachen.

Im Juni gesunken

Am Pfingstsonnabend war der Lotsenschoner nach einer Kollision mit einem Containerschiff auf der Elbe gesunken. In einer aufwendigen Aktion hatten spanische Spezialisten das Schiff mithilfe von Luftsäcken gehoben und nach Wewelsfleth gebracht.

Bewegte Geschichte

Der Lotsenschoner hat eine bewegte Geschichte. Gebaut 1883 bei der Stülcken-Werft in Hamburg, diente das Schiff mehrere Jahrzehnte lang dazu, Lotsen in der Nordsee an Bord der einlaufenden Schiffe zu bringen - und wieder zurück. Nach der Außerdienststellung wurde die "No. 5 Elbe" in den 1920er-Jahren in die USA verkauft, diente dem Autor und Abenteurer Warwick Tompkins und seiner Familie als schwimmendes Zuhause. Seit 2002 ist der Lotsenschoner wieder in Deutschland. Bei Tagestörns durften regelmäßig auch Gäste mit an Bord.

Saniert, gesunken und gehoben: Das Drama um die "No. 5 Elbe"

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.10.2019 | 12:00 Uhr

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