Stand: 28.04.2020 17:29 Uhr

Kokain-Prozess: Landgericht bietet Deal an

Am Mittwoch wurde das Kokain, das die Polizei am 8.11.2018 mithilfe von Fahndern und Spezialeinsatzkommando sicherstellen konnte, präsentiert. © NDR Foto: Ingmar Schmidt
Polizisten präsentieren den Kokainfund im November 2018. Geschätzter Wert: 160 Millionen Euro.

Im Prozess um den Handel mit 1,1 Tonnen Kokain hat das Hamburger Landgericht den acht Angeklagten am Dienstag ein Deal angeboten. Sie wissen nun, mit welchen Strafen sie bei einem umfassenden Geständnis zu rechnen haben.

Schon 40 Prozesstage

Seit einem Jahr verhandelt das Landgericht bereits über den Fall. 40 Prozesstage hat es schon gegeben. Nun will das Gericht wegen der Corona-Pandemie alles abkürzen. Die acht Männer sollen bei einem Raubüberfall eine Tonne Kokain erbeutet haben. Das Kokain war aus Brasilien in den Hamburger Hafen gekommen, versteckt in einem Container mit Gelatine. Per Lkw war es unterwegs zu einem unbekannten Abnehmer. Die Angeklagten sollen den Lastwagen überfallen, den Fahrer gekidnappt und die Drogen in Rothenburgsort ausgeladen haben.

Das haben sie zum Teil gestanden. Wenn sie noch mehr Details verraten, bekommen sie - ja nach eigener Tatbeteiligung - Haftstrafen zwischen dreieinhalb und zehneinhalb Jahren. Sonst können die Strafen noch höher werden. Fünf Männer haben zugestimmt, zwei zögern noch, der Hauptangeklagte hat bereits abgelehnt. Sein Prozess wird also noch weitergehen- auf unbestimmt lange Zeit.

5.000 Euro fürs Ausladen

Zwei der acht Angeklagten hatten bereits eingeräumt, im November 2018 den Drogen-Lkw in Empfang genommen und das Kokain umgeladen zu haben. 5.000 Euro sollten die beiden Männer laut ihren eigenen Angaben dafür bekommen. Angesichts des hohen Lohns hätten sie sich schon gedacht, dass es dabei um ein illegales Geschäft gehen müsse, räumten sie in schriftlichen Erklärungen ein. Dass es um Kokain ging, wollen sie aber nicht gewusst haben. Das hätten sie erst beim Ausladen der Pakete erkannt. Die große Menge an Drogen habe ihn erschreckt, so ein 29-Jähriger. Die übrigen sechs Angeklagten hatten bisher zu den Vorwürfen geschwiegen.

In Gelatine versteckt

Das Kokain war aus Brasilien in den Hamburger Hafen gekommen, versteckt in einem Container mit Gelatine. Per Lkw war es unterwegs zu einem unbekannten Abnehmer in Süddeutschland. Die Angeklagten sollen den Lastwagen überfallen, den Fahrer kurzzeitig gekidnappt und den Wagen zum Ausladen nach Rothenburgsort gefahren haben. Da griff die Polizei zu. Zivilfahnder hatten alles beobachtet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.04.2020 | 17:00 Uhr

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