Stand: 12.03.2019 10:53 Uhr

Keine Maut für den Ohlsdorfer Friedhof

Die umstrittene Maut-Gebühr für den Ohlsdorfer Friedhof ist offenbar vom Tisch. Nach Informationen von NDR 90,3 spricht sich jetzt auch die Hamburger Umweltbehörde gegen eine Durchfahrtgebühr aus. Sie wollte zunächst 50 Cent Maut von jedem Autofahrer auf dem Gelände verlangen.

Für Fahrzeuge, die den Friedhof nur schnell durchqueren, sollte die Gebühr deutlich höher ausfallen. Viele Autofahrer nutzen das Gelände als Abkürzung zwischen den Stadtteilen Ohlsdorf, Wellingsbüttel und Bramfeld und stören damit die Totenruhe. Anwohner und Besucher hatten sich immer wieder beschwert. Staatsrat Michael Pollmann (Grüne) sagte dazu: "Aus der Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Friedhofs wissen wir, dass der eigentlich verbotene Durchgangsverkehr in Ohlsdorf für viele ein großes Ärgernis ist." Der Friedhof solle ein Ort der Trauer, des Gedenkens und der Ruhe sein. Man wolle und müssen den Durchgangsverkehr daher wirksam unterbinden.

Eine Statue von einem Grab.

Ohlsdorf: Kommt die Friedhofsschranke?

Hamburg Journal -

Die umstrittene Maut ist offenbar vom Tisch. Die Umweltbehörde prüft jetzt eine Schrankenregelung in der Mitte des Ohlsdorfer Friedhofs.

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Freie Fahrt für Bedienstete und Trauerzüge

Die Pläne einer Maut hatten aber zu großen Protesten geführt - gerade bei älteren Friedhofsbesuchern. Nun lenkt die Umweltbehörde ein - und prüft verschiedene Möglichkeiten für das Areal. Pollmann spricht von einer neuen unkomplizierten und kostenfreien Lösung. "Am praktikabelsten erscheint es uns, in der Mitte des Friedhofs eine Schranke einzurichten, die sich bei Bedarf für Gärtner, Bestatter oder Trauerzüge öffnen lässt", sagte Pollmann. Eine solche Lösung sei technisch schnell umsetzbar, einfach zu handhaben und günstig und gebührenfrei zu betreiben - und ist damit der Favorit gegenüber einem Bezahlsystem.

Schlüssel oder Chip für Gärtner

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Keine Maut auf dem Ohlsdorfer Friedhof: Die Hamburger Umweltbehörde rückt von der Gebühr ab.

Wie NDR 90,3 erfuhr, sollen Gäste einer Trauerfeier per Sprechfunktaste um die Schrankenöffnung bitten können. Gärtner bekommen dann einen Schlüssel oder Chip. Wer den Ohlsdorfer Friedhof nur als Abkürzung queren möchte, wird damit künftig aber ausgebremst. Der Vorschlag der Umweltbehörde ist zwar noch nicht beschlossen, gilt aber als sichere Lösung.

Medienberichte über Einführung der Maut

Anfang März hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, jeder Autofahrer, der künftig auf das Gelände fahren wolle, müsse zahlen. Das Blatt berief sich dabei auf eine Antwort der Umweltbehörde auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Nach Angaben der Friedhofsleitung gab es aber keine konkreten Beschlüsse zu Gebühren. Viele Hamburger hatten entrüstet reagiert, als erstmals über eine Maut berichtet worden war.

Viele Autofahrer nutzen den Weg als Abkürzung

Etwa 5.000 Autos fahren jeden Tag über den Ohlsdorfer Friedhof. Rund zwei Drittel der Fahrer nutzen die Strecke nur als Abkürzung, ohne ein Grab zu besuchen. Dabei ist das verboten. Eigentlich dürfen nur Trauergäste und zwei Buslinien des Hamburger Verkehrsverbundes auf das Gelände.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.03.2019 | 18:00 Uhr

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