Stand: 16.04.2018 16:58 Uhr

Katholische Schulen: Entscheidung vertagt

Die für Montag angekündigte Entscheidung über die von der Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg ist verschoben worden. Das Erzbistum ist aber bereit, mit der Hamburger Schulgenossenschaft nach Lösungen zu suchen. "Ich möchte eine langfristige und tragfähige Übernahme gemeinsamer Verantwortung für das katholische Schulwesen in Hamburg erreichen", sagte Erzbischof Stefan Heße am Montag. Anfang Mai soll dazu ein Workshop mit Experten veranstaltet werden. Er soll vom Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, moderiert werden.

Gebäuder der DomschuleSt. Marien.

Entscheidung über katholische Schulen vertagt

Hamburg Journal -

Zum Erhalt acht katholischer Schulen gibt es immer noch keine Entscheidung. Eine Zusammenarbeit mit der Initiative Hamburger Schulgenossenschaft hält das Erzbistum für möglich.

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Workshop zu möglicher Kooperation

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Hamburgs Erzbischof Heße will gemeinsam mit der Schulgenossenschaft nach einer Lösung suchen.

Nach Angaben von Generalvikar Ansgar Thim sollen nun die Daten für den Schulbereich mit der Genossenschaft ausgetauscht werden, um rechtliche und strukturelle Fragen zu klären. In dem geplanten Workshop soll dann eine Entscheidung getroffen werden, wie eine Kooperation gestaltet werden kann. Das Erzbistum werde diese Entscheidung dann seinen Gremien vorlegen, hieß es.

Bis zu acht Schulen sollen geschlossen werden

Der Erzbischof unterstrich erneut, das Erzbistum stehe aufgrund seiner hohen Überschuldung vor großen Herausforderungen. Das Erzbistum hatte im Januar bekannt gegeben, aus Finanznot bis zu 8 von insgesamt 21 katholischen Schulen in Hamburg zu schließen. Für drei der acht betroffenen Schulen wurde ein Moratorium ausgesprochen, um nach Lösungen zu suchen, wie auch diese Schulen erhalten bleiben können. 13 Schulen sollen erhalten und "qualitativ hochwertig entwickelt" werden.

Schulgenossenschaft begrüßt Ankündigung des Erzbistums

Daraufhin war Anfang Februar eine private Initiative mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit gegangen, eine Hamburger Schulgenossenschaft zur Übernahme aller katholischen Schulen zu gründen. Die Schulgenossenschaft geht davon aus, dass sie wirtschaftlich tragfähig betrieben werden können. Vertreter der Schulgenossenschaft begrüßten am Montag die Ankündigung des Erzbistums. "Wir haben die Zusage des Generalvikars erhalten, dass bis zum Ende des Workshops keine weiteren Fakten seitens des Erzbistums geschaffen werden, die die acht von der Schließung bedrohten Schulen rechtlich oder tatsächlich belasten", sagte Christian Bernzen, einer der Hauptakteure der Initiative. Dies sei eine wichtige Grundvoraussetzung für ergebnisoffene Gespräche zum Erhalt aller katholischen Schulen in Hamburg.

Schüler mit der Aufschrift "Katholische Schüler hoffen" auf ihren Warnwesten demonstrieren auf dem Hamburger Gänsemarkt für den Erhalt von 21 katholischen Schulen. © dpa Fotograf: Axel Heimken

Katholische Schulen: Weitere Gespräche

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Die Zukunft der von der Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg bleibt offen. Es soll jetzt erst noch weitere Gespräche des Erzbistums mit der Schulgenossenschaft geben.

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Lob von den Bürgerschaftsfraktionen

Auch die Hamburger Bürgerschaftsfraktionen lobten die geplanten Gespräche. "Es ist ein ermutigendes Signal, dass der eingeschlagene Weg des Dialogs fortgesetzt wird", sagte Barbara Duden von der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Stefanie von Berg, schulpolitische Sprecherin der Grünen, sagte: "Ich bin erleichtert, dass das Bistum mit diesem ersten Schritt den Weg einer möglichen Einigung mit der Genossenschaft einschlägt." Anna von Treuenfels-Frowein von der FDP forderte, die Debatte über die Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft fortzusetzen. Auch Birgit Stöver von der CDU sagte: "Wir fordern, dass nun auch der Senat belastbare Zusagen macht."

Demo für Erhalt der Schulen

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Vor der Entscheidung des Erzbistums am Montag haben in St. Georg rund 1.000 Schüler, Eltern und Lehrer für den Erhalt aller 21 katholischen Schulen in Hamburg demonstriert. Video (02:26 min)

Am Sonnabend hatten Eltern und Schüler noch einmal mit einer Demonstration Druck auf das Erzbistum gemacht. Nach Angaben der Veranstalter gingen mehr als 1.000 Teilnehmer gegen die geplanten Schulschließungen in St. Georg auf die Straße. Bereits am 24. Februar hatten etwa 3.500 Menschen auf dem Rathausmarkt gegen die geplanten Schulschließungen demonstriert.

Große finanzielle Schwierigkeiten

Das Erzbistum Hamburg ist mit knapp 80 Millionen Euro überschuldet. Nach einem Bericht der Unternehmensberatung Ernst & Young würde die Summe bis 2021 auf bis zu 350 Millionen Euro anwachsen, falls nicht umgesteuert wird. Das Erzbistum unterhält in Hamburg bislang 18 Grund- und Stadtteilschulen sowie drei Gymnasien mit insgesamt rund 9.000 Schülern. Es ist damit der größte private Schulträger in Hamburg.

Weitere Informationen

Demonstration für Erhalt katholischer Schulen

Unter dem Motto "Aufbruch statt Abbruch" haben mehrere Hundert Hamburger für den Erhalt der katholischen Schulen demonstriert. Am Montag will das Erzbistum seine Entscheidung bekannt geben. (14.04.2018) mehr

Katholische Schulen: Entscheidung angekündigt

Im Streit um die von der Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg bahnt sich eine Entscheidung an. Bis zum 16. April will das Erzbistum erklären, wie es weitergehen soll. (21.03.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 16.04.2018 | 19:30 Uhr

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