Stand: 13.06.2018 13:13 Uhr

Katholische Schulen: Einigung auf Pilotprojekt

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Erzbischof Heße hat der Schulgenossenschaft ein Angebot gemacht.

Nach einem Streit in der vergangenen Woche haben sich das Erzbistum Hamburg und die Initiative Hamburger Schulgenossenschaft wieder angenähert. In einem Gespräch habe man sich auf mögliche Schulstandorte für ein gemeinsames Pilotprojekt geeinigt, teilten beide Seiten am Mittwoch mit. Demnach könnte die Zusammenarbeit an vier katholischen Schulen südlich der Elbe erprobt werden. Bei den betroffenen Schulen handelt es sich um je eine Grund- und Stadtteilschule in Neugraben, Harburg und Wilhelmsburg sowie um das Niels-Stensen-Gymnasium in Harburg.

Pilotprojekt in Hamburgs Süden

"Wir haben die Schulgenossenschaft eingeladen, gemeinsam mit uns ein tragfähiges Konzept für die Schulen im Hamburger Süden zu entwickeln", sagte Erzbischof Stefan Heße. Anschließend seien die Gremien des Erzbistums zu beteiligen und deren Zustimmung einzuholen. "Es ist gut, dass wir mit diesem Schritt des Bistums nunmehr ein auch unter fachlichen Gesichtspunkten sinnvolles Modell entwickeln können, das die Möglichkeit der Übertragbarkeit auf das gesamte katholische Schulwesen eröffnet", erklärte Nikolas Hill für die Initiative. Jetzt müsse im Detail über das Pilotprojekt gesprochen werden, sagte er NDR 90,3. Auch über die Zukunft der anderen von Schließung bedrohten Schulen werde weiter verhandelt.

Details sollen bis zum Juli beraten werden

Das Erzbistum Hamburg hatte Ende Januar angekündigt, aufgrund seiner schlechten wirtschaftlichen Lage bis zu 8 seiner 21 katholischen Schulen in der Hansestadt zu schließen. Drei Schulen könnten erhalten bleiben, wenn die Kirche finanzielle Unterstützung von außen bekäme. Anfang Mai einigte sich das Erzbistum mit der Hamburger Schulgenossenschaft, die alle Schulen erhalten möchte, auf eine Zusammenarbeit. Über Details der Kooperation soll bis zum 5. Juli beraten werden.

Große finanzielle Schwierigkeiten

Das Erzbistum Hamburg ist mit knapp 80 Millionen Euro überschuldet. Nach einem Bericht der Unternehmensberatung Ernst & Young würde die Summe bis 2021 auf bis zu 350 Millionen Euro anwachsen, falls nicht umgesteuert wird. Das Erzbistum unterhält in Hamburg bislang 18 Grund- und Stadtteilschulen sowie drei Gymnasien mit insgesamt rund 9.000 Schülern. Es ist damit der größte private Schulträger in Hamburg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.06.2018 | 13:00 Uhr

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