Eine Frau sitzt mit dem Rücken zur Wand und streckt eine Hand abwehrend vor dem Gesicht aus. © NDR Foto: Julius Matuschik

Hilfe für Opfer sexualisierter Gewalt in Hamburg

Stand: 15.11.2021 07:36 Uhr

Sie oder ihr Kind sind Opfer sexueller Gewalt geworden? Hier finden Sie eine Liste an Hilfs- und Beratungsangeboten.

Zuerst: Sexualisierte Gewalt muss nicht immer eine Vergewaltigung sein. Sexualisierte Gewalt sind auch nicht gewünschte Berührungen, Belästigungen, verbale Anspielungen und Beleidigungen, exhibitionistische Handlungen aber auch sexuellem Missbrauch, sexuelle Nötigung und (versuchte) Vergewaltigung. 

Sie selbst sind Opfer sexualisierter Gewalt geworden:

Holen Sie sich Hilfe: Kontaktieren Sie eine Beratungsstelle. Eine Liste der Beratungsstellen in Hamburg finden Sie hier. Lassen Sie sich ärztlich untersuchen. Gehen Sie zu einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt. Oder zur Rechtsmedizinischen Untersuchungsstelle für Opfer von Gewalttaten. Dort kann eine anonyme Untersuchung stattfinden, wenn Sie noch nicht entschieden sind, ob Sie eine Anzeige erstatten wollen. Mögliche Beweismittel wie ihre Kleidung sollten Sie sichern. Erstatten Sie Anzeige: Wenden Sie sich an das Landeskriminalamt (LKA 42), Bruno-Georges-Platz 1, 22297 Hamburg, Tel.: 428 67-42 00. Bei einem Notfall rufen Sie die 110 an. Wenn Sie (noch) keine Anzeige erstatten wollen, fertigen Sie ein Gedächtnisprotokoll an. Rechtliche Beratung bekommen Sie über die Allgemeinen Sozialen Dienste in Ihrem Bezirk. Brauchen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt können Sie sich an die Rechtsanwaltskammer wenden. Sie sind nicht allein und Sie tragen keine Schuld.

Sie vermuten, dass ihr Kind Opfer sexualisierter Gewalt geworden ist:

Am Wichtigsten: Schenken Sie ihrem Kind Vertrauen und glauben ihm. Lassen Sie ihr Kind über seine Gefühle sprechen und nehmen Sie es ernst. Bestimmt ist es schwer für ihr Kind über das Erlebte zu sprechen, besonders, wenn es den Täter oder die Täterin kennt. Fragen Sie vorsichtig nach, aber drängen Sie ihr Kind nicht. "Warum-Fragen" sollten nicht gestellt werden, machen Sie keine Vorwürfe. Ihr Kind muss verstehen, dass es an keine Schuld an einer solchen Situation trägt, sondern, dass dem Kind ein Unrecht geschehen ist. Vermitteln Sie Sicherheit und Geborgenheit.

Wie geht es weiter?

Holen Sie sich Hilfe: Kontaktieren Sie eine Beratungsstelle. Eine Liste der Beratungsstellen in Hamburg finden Sie hier. Fachkundige Menschen können Ihnen dort helfen, den richtigen Weg für Ihr Kind zu finden.
Sie wollen ihr Kind ärztlich untersuchen lassen? Die Rechtsmedizinische Untersuchungsstelle für Opfer von Gewalttaten kann etwaige Verletzungen versorgen und dokumentieren. Das ist auch anonym möglich.
Sie wollen den Täter oder die Täterin anzeigen? Wenden Sie sich an das Landeskriminalamt (LKA 42), Bruno-Georges-Platz 1, 22297 Hamburg, Tel.: 428 67-42 00. Bei einem Notfall rufen Sie die 110 an.
Rechtliche Beratung bekommen Sie über die Allgemeinen Sozialen Dienste in Ihrem Bezirk. Brauchen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt können Sie sich an die Rechtsanwaltskammer wenden.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.11.2021 | 17:00 Uhr

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