Knochenfund bei Bauarbeiten am Rathausmarkt in Hamburg. © NDR Foto: Werner Pfeifer

Hamburger Rathausmarkt: Bauarbeiter stoßen auf Sarg

Stand: 05.11.2020 19:50 Uhr

Überraschender Fund auf der Baustelle der U3-Station am Hamburger Rathausmarkt: Bei Schachtarbeiten für einen Fahrstuhl stießen Bauarbeiter am Dienstag auf einen Sarg.

Es habe plötzlich ganz entsetzlich gestunken, sagte ein Baurbeiter. Er arbeitete an dem neuen behindertengerechten Zugang der unterirdischen U-Bahnstation Hamburg Rathaus. In sechs Metern Tiefe stieß ein Minibagger mit seiner Schaufel gegen einen hölzernen Sarg. Sofort wurden die Bauarbeiten eingestellt. Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Arbeiter menschliche Knochen und zwei Schädel gefunden.

Überreste eines Klosters

Archäologen erklärten, die gefundenen Knochen sowie der vollständig erhaltene Holzsarg seien mindestens 500 Jahre alt. "Auf dem Rathausmarkt stand das Bettelordenkloster St. Johannis. Und in dem nun gegrabenen Schacht ist im Grunde der Kircheninnenraum angetroffen worden. Und der ist natürlich mit Bestattungen voll", sagte Elke Först von der Hamburger Bodendenkmalpflege am Donnerstag. Die Knochen sollen demnächst erneut bestattet werden. Der Holzsarg dagegen bleibt unter der Erde. "Weil wir den Befund nicht zerstören wollen. Er ist am besten im Boden aufgehoben", sagte Först.

Für Hamburgs Landesarchäologen Rainer-Maria Weiss sind die Funde durchaus stadthistorisch relevant. Er kritisierte, dass er und seine Kollegen erst nach den Funden gerufen worden. Bislang habe es von dem Dominikanerkloster nur ein paar Urkunden und wenige historische Abbildungen gegeben, sagte der Experte. Das Kloster war Weiss zufolge 1239 gegründet worden und wurde 1529 wieder aufgelöst.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.11.2020 | 17:00 Uhr

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