Stand: 03.03.2020 14:06 Uhr  - NDR 90,3

Hamburg begrüßt S-Bahn-Tunnelpläne

Der Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums für den Bau eines S-Bahntunnels vom Hauptbahnhof zum geplanten Fernbahnhof am Diebsteich unter der Außenalster hat in Hamburg positive Reaktionen ausgelöst. 650 Millionen Euro soll das Großprojekt kosten und frühestens 2030 fertig sein. Hamburgs Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) begrüßte das Signal des Bundes, drei Viertel der Kosten übernehmen zu wollen. Nur mit dem Ausbau des Bahnknotens könne der für die Zukunft gerüstet und die Schiene zum Hauptträger klimaschonender Mobilität werden. Wichtig sei, jetzt kurzfristig die nächsten Schritte zu unternehmen, betonte Westhagemann.

S-Bahntunnel unter der Alster

Der Vorschlag kommt vom Schienenbeauftragten der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU). Die Idee ist, einen 5,5 Kilometer langen Tunnel vom Hauptbahnhof bis zum Diebsteich zu bauen. In dem Tunnel sollen zwei S-Bahn-Gleise verlaufen und so die bestehende Strecke für den Fernverkehr frei machen. Dafür sollen drei unterirdische Bahnhöfe oder Bahnhofszugänge am Stephansplatz, am Schlump und am Doormannsweg gebaut werden.

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Positive Reaktionen aus der Politik

Der verkehrspolitische Sprecher der Hamburger Grünen, Martin Bill, begrüßte den Plan, hält aber die geschätzten Kosten in Höhe von 650 Millionen Euro für "sehr tief gestapelt". Problematisch sei auch der lange Vorlauf für das Projekt, denn bis zur Inbetriebnahme löse er kein einziges der Hamburger Verkehrsprobleme. Die müssten aber auch angegangen werden, sagte Bill.

Der SPD-Verkehrspolitiker Ole Thorben Buschhüter hält die Kostenschätzung für "sehr sportlich". Insgesamt aber hält den Vorschlag für umsetzbar und "hoch hilfreich". CDU-Verkehrspolitiker Dennis Thering freute sich, dass der Bund den Druck auf Hamburg erhöhe. Nur die komplette Verlegung der S-Bahn unter die Erde könne die Kapazitätsprobleme des Hauptbahnhofes lösen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.03.2020 | 12:00 Uhr

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