Stand: 30.07.2019 20:16 Uhr

HVV rudert zurück: Preise steigen um 1,8 Prozent

Der Hamburger Verkehrsverbund hat seinen ersten Vorschlag zur Fahrpreiserhöhung zurückgezogen: Er legte am Dienstag eine Preisliste vor, deren Tarife um 1,8 Prozent höher ausfallen. Ursprünglich war eine Erhöhung um 2,2 Prozent geplant.

HVV reagiert auf Forderungen Tschentschers

Der HVV reagierte damit auf Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Nach scharfer Kritik vieler Fahrgäste hatte Tschentscher eingelenkt und damit doch sein Versprechen erfüllt, dass der HVV-Preis künftig nur noch in Höhe der Inflation steige. Die moderate Preispolitik solle den öffentlichen Nahverkehr stärken, sagte er am Dienstag.

Keine Erhöhung für Senioren, Schüler, Studenten und Azubis

Alle Zeitkarten für Senioren, Schüler, Studenten und Azubis bleiben nun von Preiserhöhungen ganz ausgenommen. Vor zwei Wochen plante der HVV noch, sie um gut zwei Prozent zu verteuern. Auch die Karten für Kurzstrecken, den Nahbereich und für Kinder werden nicht teurer. Zudem dürfen Kunden mit Seniorenkarte ab Dezember auch vor 9 Uhr den HVV nutzen.

Die Preiserhöhungen für die Ganztageskarte und die Gruppenkarte fallen zehn Cent geringer als ursprünglich geplant aus: Sie kosten ab Mitte Dezember 7,90 Euro bzw. 12,40 Euro. Die meistgenutzten Einzelkarten verteuern sich unverändert um zehn Cent: die 9-Uhr-Tageskarte auf 6,60 Euro und die Einzelfahrkarte AB auf 3,40 Euro. Sie ist die einzige Karte mit gleich drei Prozent Erhöhung, wurde aber letztes Jahr von Verteuerungen ausgenommen.

Sudmann: "Scheingefecht mit dem HVV"

Heike Sudmann von den Linken bewertete die reduzierte Tariferhöhung als abgekartetes Spiel. Tschentscher habe sich nur ein Scheingefecht mit dem HVV geleistet, um als großer Retter der kleinen Fahrgäste dazustehen. Sudmann sagte: "1,8 Prozent Preiserhöhung sind ziemlich saftig. Eine Verkehrswende kann es nicht geben, wenn einer der teuersten Verkehrsverbünde Deutschlands teuer bleibt."

Der CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering sagte, der Senat habe die Chance für einen preiswerteren HVV verpasst. Er beantragt, die Ticketpreise nicht zu erhöhen. Statt Preiserhöhungen brauche Hamburg mehr Zuverlässigkeit, vor allem der S-Bahn, sagte Ewald Aukes von der FDP.

Detlef Ehlebracht von der AfD meinte, Ziel müsse doch sein, durch günstige Fahrpreise mehr Kunden anzulocken. Dem hält der SPD-Verkehrsexperte Ole Torben Buschhüter entgegen, dass man für die moderate Preiserhöhung ein enorm ausgeweitetes Angebot bei Bus und Bahn biete.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.07.2019 | 13:00 Uhr

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