Stand: 05.08.2020 14:38 Uhr

Gasnetz Hamburg macht Gewinne

Blick auf dem Gelände des Klärwerk Hamburg auf eine neue Gasaufbereitungsanlage. Mit neuen leistungsfähigen Aufbereitungsanlagen für Faulgas aus dem Klärwerk liefert das Unternehmen Hamburg Wasser künftig bis zu 1350 Kubikmeter Gas pro Stunde ins allgemeine Gasnetz. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Gasnetz Hamburg ist nach dem Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze am 1. Januar 2018 gegründet worden.

Gasnetz Hamburg macht zwei Jahre nach seiner Gründung Gewinne. Insgesamt hat das städtische Unternehmen nach Angaben des kaufmännischen Geschäftsführers Christian Heine im vergangenen Jahr einen Gewinn von 19,8 Millionen Euro an die Stadt abgeführt. Darüber hinaus habe es eine Konzessionsabgabe in Höhe von 6,5 Millionen Euro überwiesen.

VIDEO: Gasnetz Hamburg erreicht Gewinnzone (1 Min)

Kerstan redet von Erfolgsgeschichte

"Entgegen der ganzen Unkenrufe, dass das ein finanz- und wirtschaftspolitisches Abenteuer und ein Unglück für die Stadt ist, müssen wir jetzt schon nach zwei Jahren sagen, dass das ganz eindeutig eine Erfolgsgeschichte ist", freute sich Hamburgs Energiesenator Jens Kerstan (Grüne) bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2019 am Mittwoch in Hamburg. Gasnetz Hamburg wurde rund fünf Jahre nach dem Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze am 1. Januar 2018 gegründet und übernahm das Gasnetz von Eon.

54 Millionen Euro investiert

Das städtische Unternehmen habe im vergangenen Jahr knapp 54 Millionen Euro investiert, sagte Heine. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 26,4 Millionen Euro, entfiel auf die vom Eon-Konzern getrennte und neu aufgebaute IT-Landschaft. Der Rest sei in den Erhalt und die Erweiterung des knapp 8.000 Kilometer langen Gasnetzes geflossen. Die Ablösung des Eon-Konzerns habe seit Gründung des städtischen Unternehmens insgesamt 46,8 Millionen Euro gekostet.

Für die Zukunft setzt Gasnetz Hamburg auf die Einspeisung erneuerbarer Energien. "Ziel ist es, Erdgas als bekannte fossile Energie nach und nach wegzudrängen, rauszunehmen aus dem Energieprozess", sagte der technische Geschäftsführer Udo Bottlaender. Er nannte unter anderem das Projekt "Mysmartlife" in Bergedorf, bei dem Gasnetz Hamburg von September an die Beimischung von bis zu 30 Prozent Wasserstoff bei der Energieversorgung eines Neubauquartiers mit 273 Wohnungen testen will. Ein weiteres Beispiel sei die kürzlich eingeweihte Bio-Methan-Anlage im Hafen.

 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 05.08.2020 | 19:30 Uhr

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