Stand: 18.12.2018 20:05 Uhr

G20-Randale an der Elbchaussee: Prozessbeginn

Fast anderthalb Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg hat am Dienstag vor dem Landgericht der erste Prozess um die Brandstiftungen und Zerstörungen an der Elbchaussee begonnen. Angeklagt sind vier junge Männer aus Hessen im Alter von 18 bis 24 Jahren sowie ein 23-jähriger Franzose. Ihnen wird Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Weitere Anklagepunkte sind Mittäterschaft bei Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Schaden von rund einer Million Euro

Laut Anklage waren am Morgen des 7. Juli 2017 rund 220 schwarz vermummte Personen über die abseits von den Konferenzorten gelegene Elbchaussee gezogen und hatten durch das Anzünden von Autos, Einschlagen von Scheiben und andere Zerstörungen einen Schaden von mindestens einer Million Euro angerichtet. Acht Menschen erlitten Schocks oder wurden verletzt. Ein Busfahrer wurde so schwer psychisch beeinträchtigt, dass er sich laut Anklage über mehrere Monate stationär behandeln lassen musste.

Viele Unterstützer: Applaus für Angeklagte

Vor dem Gericht versammelten sich Unterstützer der Angeklagten. Der Verhandlungssaal war zum Prozessbeginn prall gefüllt. Die rund 80 Zuschauer im Saal begrüßten die Angeklagten mit Applaus und Jubel.

Verteidigung: "Das Ganze war eine Demonstration"

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Vor dem Gericht versammelten sich Unterstützer der Angeklagten.

Die Verteidiger argumentierten in sogenannten Opening Statements, die Polizei hätte einschreiten müssen, um ihren Mandanten und anderen friedlichen Teilnehmern des Aufzugs das Demonstrationsrecht zu sichern. "Der wesentliche Punkt ist: Das Ganze war eine Demonstration", sagte eine Anwältin. Die Nicht-Anwendung des Demonstrationsrechts mache die gesamte Anklage verfassungswidrig.

Staatsanwalt: Gewaltbereitschaft und Zerstörungswut

Der Staatsanwalt erwiderte, der Aufmarsch über die Elbchaussee sei keine Versammlung gewesen, wie sie das Grundgesetz schütze. Was dort passiert sei, sagte er weiter, sei nur Gewaltbereitschaft und Zerstörungswut gewesen. "Die Tathandlungen haben mit dem Demonstrationsrecht so viel zu tun wie der HSV mit der Champions League, nämlich gar nichts."

Solidaritätsdemo am Vorabend

Einen Tag vor dem Prozessbeginn hatten am Montagabend rund 350 Menschen ihre Solidarität mit den Angeklagten ausgedrückt. Sie wollten damit ihre Unterstützung für die fünf angeklagten Männer zeigen. Die Demonstranten starteten an der Roten Flora im Schanzenviertel und zogen friedlich Richtung Innenstadt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.12.2018 | 15:00 Uhr

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