Stand: 27.12.2019 12:16 Uhr  - NDR 90,3

"Fridays for Future"-Kundgebung gegen Böller

Aktivisten von "Fridays for Future" haben mit Kreide "Stoppt das Feuerwerk" auf Pflastersteine geschrieben.  Foto: Werner Pfeifer
Junge Aktivisten haben ihre Forderungen wie "Stoppt das Feuerwerk" mit Kreide auf Pflastersteine an den Landungsbrücken geschrieben.

An den Hamburger Landungsbrücken haben sich am Freitag etwa 100 Menschen an einer "Fridays for Future"-Kundgebung beteiligt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Sprengt euch nicht die Zukunft weg". Die Aktivistinnen und Aktivisten forderten alle Hamburgerinnen und Hamburger auf, das Silvesterfeuerwerk und Böller zu überdenken. Jeder solle darüber nachdenken, wie notwendig ein Feuerwerk wäre. Es würden jährlich zahlreiche Tonnen Feinstaub in die Luft gepustet.

Auch NABU gegen Böllerei

Immer mehr Organisationen sprechen sich in der Hansestadt gegen Silvesterfeuerwerk aus. Der Naturschutzbund (NABU) appellierte an die Menschen, auf die Böllerei zu verzichten - aus Rücksicht auf Umwelt, Natur und Mitmenschen. Ein Ende der Silvesterknallerei würde die Umwelt erheblich entlasten. Vor allem Vögel und andere Wildtiere litten unter dem Feuerwerk, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Der ungewohnte Lärm führe zu panischen Reaktionen und plötzlicher Flucht mit teilweise schweren Verletzungen der Tiere.

Warnung vor Müll und Feinstaub

Weitere Umweltschäden entstehen demnach durch Gewässerbelastung, Lärm und die Verteilung von Unmengen Müll in der Umwelt. Allein in Deutschlands fünf größten Städten, darunter Hamburg, fielen über 200 Tonnen Silvesterabfall an. Zudem werde in dieser einen Nacht so viel Feinstaub freigesetzt wie etwa 16 Prozent der jährlichen Emissionen des Verkehrssektors entspricht.

Böllerverbot rund um Binnenalster als erster Schritt

Der Hamburger Senat hatte Anfang Dezember ein generelles Feuerwerksverbot für die Silvesternacht an der Binnenalster beschlossen. Dieses erste Teilverbot zeige, dass Maßnahmen und ein Umdenken möglich sind, sagte Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Das Verbot für die Binnenalster als begrenztes Gebiet wurde jedoch lediglich aus Sicherheitsgründen ausgesprochen. "Darüber hinaus sollte die Stadt generell auch die Folgen für Tiere und Umwelt stärker in Betracht ziehen", so Porschke. Bundesweit haben in diesem Jahr bereits mehr als 50 Städte und Kommunen zu Silvester Verbotszonen für Feuerwerkskörper eingerichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.12.2019 | 16:00 Uhr

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