Dampf und Abwärme über dem Gebäude mit der Verbrennungsanlage der Müllverwertungsanlage Borsigstraße in Hamburg. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Fernwärme aus Abfällen: Projekt in der Borsigstraße kommt voran

Stand: 21.04.2022 17:18 Uhr

Dieses Projekt soll den Klimaschutz in Hamburg ein großes Stück voranbringen: Spezielle Wärmepumpen sollen an der Müllverbrennungsanlage Borsigstraße ab Ende des Jahres die Abluft für Fernwärme nutzbar machen.

35.000 Wohnungen könnten dadurch künftig beheizt werden, ohne dass zusätzlich Kohle oder Gas verbrannt werden müssten, sagte Umweltstaatsrat Michael Pollmann am Donnerstag anlässlich des Einbaus der letzten von drei rund 80 Tonnen schweren und neun Meter langen Pumpen. 104.000 Tonnen CO2 sollen damit jährlich eingespart werden.

Weniger Steinkohle-Verbrauch in Tiefstack

Die dampfbetriebenen Absorptionswärmepumpen sollen durch die Abkühlung von Rauchgasen zusätzliche Wärme auskoppeln - ohne dass man dafür mehr Müll verbrennen müsste. In der Borsigstraße werden jährlich mehr als 320.000 Tonnen Abfall verbrannt. Bislang wird die dabei gewonnene Energie in Form von Dampf an das Heizkraft Tiefstack geliefert und von dort eingespeist. Der direkte Anschluss ermöglicht nun, auch den heißen Rauch zu nutzen und die Leistung zu steigern. Dadurch müssen in Tiefstack weniger fossile Brennstoffe verfeuert werden. Bislang deckt das Kraftwerk einen Großteil des Fernwärmebedarfs mit Steinkohle.

Ähnliche Anlagen an anderen Standorten geplant

"Das ist die größte Einzelmaßnahme, die wir bislang haben auf den Weg bringen können", sagte Pollmann. "Wir werden ein ähnliches System bei der Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm einbauen und darüber hinaus beim Zentrum für Ressourcen und Energie am Stellinger Moor ebenfalls nennenswerte Mengen von Abwärme nutzen."

55 Millionen Euro Kosten, fast 15 Millionen Euro Förderung

Das Bauprojekt an der Borsigstraße, das mit dem "German Renewables Award 2021" ausgezeichnet wurde, hat Pollmann zufolge ein Volumen von 55 Millionen Euro. Gefördert werde es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und von der Umweltbehörde über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit insgesamt 14,7 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal 18:00 Uhr | 21.04.2022 | 18:00 Uhr

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