Drei Forscher:innen steht auf einer Bühne.

Extremwetterkongress in der Hamburger Hafencity gestartet

Stand: 22.09.2021 13:41 Uhr

Schmelzende Gletscher, brennende Wälder, verheerende Hochwasser - die Wetterextreme nehmen zu. Seit Mittwoch stellen Wissenschaftler beim dreitägigen Hamburger Extremwetterkongress ihre neuesten Forschungen vor und diskutieren mit Menschen aus Politik, Kultur und Wirtschaft, wie man die globale Erwärmung stoppen kann.

"Wir drehen alle wichtigen Stellschrauben unverändert in die falsche Richtung" - diese nüchterne Feststellung machte Gerhard Adrian, der Präsident des Weltverbandes für Meteorologie. Die Treibhausgas-Konzentration nähmen weiter zu, die Temperaturen stiegen weiter an. Und zwar in Deutschland stärker als im weltweiten Mittel. So der Befund des Wissenschaftlers. Zudem hätten Untersuchungen ergeben, dass die Menge der Extremniederschläge, die zur Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geführt hat, ohne den Klimawandel mit hoher Wahrscheinlichkeit niedriger ausgefallen wäre. Man wisse das alles, aber tue nicht genug, so Adrian.

"Wir verlassen den klimatischen Wohlfühlbereich"

Seit 1960 war jede Dekade wärmer als die vorherige: "Wir verlassen den klimatischen Wohlfühlbereich", meinte der Präsident des Club of Rome Deutschland, Mojib Latif. Wobei jedes Zehntel Grad weitere Erwärmung Extremwetterereignisse wahrscheinlicher mache. Flutkatastrophen, Waldbrände, Temperaturen von über 34 Grad nördlich des Polarkreises - man erlebe jetzt das Wetter, das die Klimaforschung vor Jahrzehnten vorausgesagt habe, sagte Wettermoderator Sven Plöger. Er appellierte aber daran, dass man die Chancen in der Klimakommunikation voranstellen und nicht die Angst vor einer Apokalypse befeuern solle. Man solle nicht immer vorm Untergang warnen, sondern auch die bereits angegangenen positiven Schritte, wie Fassadenbegrünung und Elektromobilität, aufzeigen. Das motiviere viel mehr. Ansonsten, so Plöger, verliere man den Mut, weil man glaube, nichts erreichen zu können.

Extremwetterkongress über drei Tage

Beim dreitägigen Extremwetterkongress vom 22. - 24. September sollen auch die Auswirkungen des Klimawandels mit Fachleuten der Bereiche Gesellschaft, Medien, Kultur und Wirtschaft besprochen werden. Zahlreiche national renommierte Referentinnen und Referenten, sowie prominente internationale Rednerinnen und Redner informieren unter anderem über die Entwicklung von Extremwettereignissen und die Anpassungsstrategien an zukünftige Klimaveränderungen.

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) will zudem auf dem Kongress zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst am Donnerstag den ersten Hamburger Klimareport vorstellen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.09.2021 | 12:00 Uhr

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