Stand: 21.09.2019 14:16 Uhr

Eine Riesenzipfelmütze fängt Methan auf

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Aus dem Klärschlamm im Nachfaulbecken wird kostbares Biogas produziert.

Umwelttechnisch ist das Klärwerk Köhlbrandhöft bundesweit schon ganz vorne dabei. Die Faultürme produzieren aus dem Klärschlamm kostbares Biogas. Ein Problem gibt es aber, da, wo es langsam vor sich hinblubbert. "Im Augenblick entstehen dort ungefähr tausend Kubikmeter Klärgas am Tag. Das heißt: Tausend Kubikmeter zu zwei Dritteln aus Methan, ein Drittel aus CO2-Polyoxid. Das sind beides umweltschädliche Stoffe, die im Augenblick in die Atmosphäre abgeleitet werden", sagt Kay Buck von der Bauaufsicht des Klärwerks.

Eine Kuppel schützt eine Kläranlage vor zuviel CO2-Ausstpoß.

Das Zipfelmützenprojekt für Klimaschutz

Hamburg Journal -

Die Faultüme des Klärwerks Köhlbrandhöft produzieren aus dem Klärsachlamm kostbares Biogas. Es gibt aber ein Problem: Methangas tritt aus. Hier soll eine sogenannte Zipfelmütze schützen.

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Codename: Zipfelmützenprojekt

Aus diesem Grund wurde eines der beiden sogenannten Nachfaulbecken geleert. Es geht um eine einfache Idee mit großer Wirkung. Codename: das Zipfelmützenprojekt. Zuerst werden riesige Rührmaschinen installiert, die später den Klärschlamm in Bewegung halten. Dann kommt das Wichtigste. Mit einem Gerüst und vielen Spanngurten wird die Grundkonstruktion für die vermutlich größte Zipfelmütze der Welt geschaffen. "Wir bauen hier eine riesige Plane rüber, die das Gas auffängt. Wir bauen eine Verdichterstation, die das in unser Gassystem einbaut und dann können wir das Gas thermisch verwerten. Das heißt: Aus dem Klärgas machen wir Strom", sagt Kay Buck.

Doppelt so stabil wie Lkw-Plane

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Soll jahrelang dicht bleiben und das Klärgas auffangen: die sogenannte Zipfelmütze.

Die Gurte sind gespannt. Sie verhindern, dass die Plane später in die Klärgrube fällt. Die Kunststoffhaube ist doppelt so stabil wie eine Lkw-Plane - und doppelt so schwer. Sie besteht aus zwei Schichten. Dazwischen wird Luft hineingepumpt. Die gibt der Gaskuppel später die nötige Stabilität. Es ist ein wenig wie bei einem Hüpfkissen. Einmal aufgeblasen soll sie jahrzehntelang halten und dicht bleiben.

Gas für Tausende Hamburger

"Man hat hier eine Metallschiene, wo das alles montiert ist, unten abgedichtet gegen das Becken, oben abgedichtet gegen die Membran und von oben kommt nochmal das Gleiche drauf. Das heißt, da ist eine dicke Schicht Tesamoll drin", sagt Projektleiter Gösta Ladiges. Dann werden die Pumpen aktiviert und über dem Klärwerk erhebt sich eine zwölf Meter hohe Kuppel. Schon jetzt versorgt das Klärwerk Köhlbrandhöft mehrere Tausend Hamburger Haushalte mit Gas.

Der Klimakiller Methan wird aufgefangen

"Momentan sind wir im Jahresmittel auch schon energieautark. Das heißt, wir gewinnen eigene Energie. So viel, wie wir verbrauchen. Da wollen wir noch weiterkommen", sagt Gösta Ladiges. Vor allem werden Hunderttausende Kubikmeter des Klimakillers Methan aufgefangen - für ein klimafreundlicheres Hamburg von morgen.

Weitere Informationen

Grundsteinlegung für Phosphor-Recyclinganlage

Auf dem Gelände des Klärwerks im Hamburger Hafen ist der Grundstein für eine Phosphor-Recyclinganlage gelegt worden. Dort soll der Rohstoff ab 2020 aus Klärschlamm-Asche gewonnen werden. (01.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 16.09.2019 | 19:30 Uhr

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