Stand: 04.03.2020 06:59 Uhr

Coronavirus: Weitere Infektion in Hamburg bestätigt

In Hamburg gibt es einen weiteren bestätigten Fall einer Corona-Infektion. Dabei handelt es sich um einen Mitarbeiter eines Labors am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag. Der Mann, der im schleswig-holsteinischen Rellingen wohnt, gehöre zu den entfernteren Kontaktpersonen des Kinderarztes, dessen Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Nacht zum Freitag bestätigt worden war.

Positiv auf Corona getestete UKE-Mitarbeiter

Ob sich der Labor-Mitarbeiter tatsächlich über den Arzt, der in Henstedt-Ulzburg lebt, aus der Kinderklinik angesteckt hat, wird noch untersucht. Ein Zusammenhang sei wahrscheinlich. Der Mann, der in dem Labor arbeitet, ist nach Angaben von Prüfer-Storcks bereits in der vergangenen Woche auf das Virus getestet worden - da war das Ergebnis noch negativ. "Das UKE hat sehr breit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getestet und jetzt liegt ein positiver Test vor", sagte Prüfer-Storcks am Dienstag. "Es werden natürlich alle Maßnahmen, die in diesen Fällen üblich sind, also Ermittlung von Kontaktpersonen mit entsprechenden Isolationsmaßnahmen, eingeleitet."

Kita und Grundschule geschlossen

Der Labormitarbeiter wohnt nach Angaben des Kreises Pinneberg in Rellingen und hat zwei Kinder. Eines von ihnen besucht einen Kindergarten in Pinneberg, das zweite Kind geht auf eine Grundschule in Rellingen. Beide Einrichtungen wurden nach Angaben des Kreises bis auf Weiteres vorsorglich geschlossen.

Dem erkrankten Arzt, der am UKE arbeitet und in Schleswig-Holstein wohnt, geht es inzwischen besser, seine Frau ist nicht erkrankt. Neben den beiden UKE-Mitarbeitern sind in Hamburg auch zwei Frauen mit dem Coronavirus infiziert, die in der vergangenen Woche im Iran waren. Insgesamt gibt es nun vier bestätigte Fälle in Hamburg.

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Behörde reagiert auf Kritik von Ärzten

Die Gesundheitsbehörde reagierte auch auf Kritik von Hausärzten. Sie hatten sowohl in Hamburg als auch in anderen Regionen in den vergangenen Tagen bemängelt, sie erhielten nicht genügend Unterstützung durch die Behörden, außerdem gebe es Engpässe bei Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln. Die Stadt hat nun nach Angaben von Gesundheitsheitssenatorin Prüfer-Storcks einen größeren Posten an Schutzmasken gekauft. Damit sollen sowohl ambulant tätige Ärzte als auch die Feuerwehr ausgestattet werden.

Desinfektionsmittel und Atemmasken gestohlen

Angesichts der Furcht vor dem Coronavirus sind Desinfektionsmittel und Schutzmasken auch bei Dieben begehrt. Im UKE seien in den vergangenen Tagen mehrfach Flaschen mit Desinfektionsmittel und Schutzmasken gestohlen worden, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Das Klinikum habe in drei Fällen Strafanzeige erstattet. Die Lagerräume würden nun noch besser verschlossen und überwacht. Engpässe gebe es derzeit aber nicht. Mitarbeiter, Patienten und Besucher könnten sich weiterhin die Hände desinfizieren.

Hotline eingerichtet

Die Hamburger Gesundheitsbehörde riet Bürgerinnen und Bürgern, sich bei einem konkreten Infektionsverdacht über den Arztruf der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Telefonnummer 116117 zu melden. Das wichtigste sei, keine Arztpraxis oder Notaufnahme aufsuchen, dadurch könnten im Zweifel andere Patientinnen und Patienten angesteckt werden. Außerdem richtete die Gesundheitsbehörde eine zusätzliche Hotline unter der Telefonnummer 040/428 284 000 ein. Diese ist täglich von 7 bis 19 Uhr zu erreichen.

Fälle in Norddeutschland

Auf dieser Karte finden Sie die bestätigten Fälle in Norddeutschland. Die Infizierten werden hier nach ihrem jeweiligen Wohnort gezählt - und nicht danach, wo sie arbeiten oder wo ihre Erkrankung diagnostiziert worden ist.

 

 

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