Blick auf die Faultürme des Klärwerks Köhlbrandhöft auf dem Köhlbrand im Abendlicht © picture alliance / imageBROKER Foto: Justus de Cuveland

Coronaviren: Hamburgs Abwasser als Frühwarnsystem?

Stand: 30.12.2021 06:55 Uhr

Im Abwasser lassen sich Spuren der Coronaviren sehr früh nachweisen. Ein Verfahren soll im Kampf gegen Corona bundesweit erprobt werden. Nach Informationen von NDR 90,3 ist Hamburg wohl dabei.

Die Gerüche von Abwasser sind nicht schön, doch das stinkende Nass könnte in Hamburg schon bald eine wichtige Rolle im Kampf gegen Corona bekommen. Der Mensch scheidet schon Viren aus, bevor er sich krank fühlt und testen lässt. Fachleute sagen: Zehn bis 14 Tage früher können deshalb Spuren des Coronavirus im Abwasser nachgewiesen werden - quasi als Frühwarnsystem für die nächste Corona-Welle.

Schon im vergangenen März hatte die EU-Kommission deshalb die Regierungen aufgefordert, eine systematische und flächendeckende Kontrolle aufzubauen. Denn bisher gibt es nur einzelne Projekte, beispielsweise im Berchtesgadener Land. Der Umweltausschuss der Bürgerschaft hatte schon früh Interesse gezeigt und sich regelmäßig berichten lassen.

Umweltbehörde: Hamburg wohl Teil des Pilotprojektes

Jetzt kommen die Dinge offenbar ins Rollen: Die Umweltbehörde rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Stadt Teil eines bundesweiten Pilotprojekts zu diesem Thema wird. Schon im kommenden Februar würde dann auch das Hamburger Abwasser ständig auf Spuren der Coronaviren untersucht werden. Die Proben sollen an den Zuläufen der Kläranlage Köhlbrandhöft/Dradenau entnommen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.12.2021 | 06:00 Uhr

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