Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen. © picture alliance / xim.gs | xim.gs Foto: picture alliance

Corona: 2.000 Impf-Vordrängler am Hamburger Impfzentrum pro Woche

Stand: 11.05.2021 15:48 Uhr

Wohl auch die Vorteile für bereits Geimpfte bringen immer mehr Menschen dazu, sich in der Impfreihenfolge am Hamburger Impfzentrum vorzudrängeln. Das zeigt eine Recherche des ARD-Politmagazin "Report Mainz".

Geimpft in den Sommerurlaub - diesen Wunsch haben wahrscheinlich viele Menschen. Die Impfzentren bekommen wohl auch deshalb mehr und mehr Probleme mit sogenannten Impf-Vordränglern und -Vordränglerinnen - auch hier in Hamburg. Das ARD-Politmagazin "Report Mainz" hat in den Impfzentren in Deutschland nachgefragt. Das Ergebnis: Allein das Impfzentrum in den Hamburger Messehallen hatte in der vorletzten Woche mit rund 2.000 Vordrängelnden zu tun.

"Die Stimmung wird aggressiver"

Ähnlich hoch waren die Zahlen auch in der vergangenen Woche. Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, erklärte der Redaktion von "Report Mainz": "Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind. Und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen."

Beliebt sei es demnach, sich fälschlicherweise als Kontakt-Person eines Pflegebedürftigen oder von Schwangeren auszugeben. Allerdings kommt es wohl auch zu Missverständnissen, weil ständig neue Gruppen zum Impfen aufgerufen werden und es häufig neue Regeln gibt. Außerdem passiert es wohl relativ oft, dass Beschäftigte glauben, sie seien impfberechtigt, weil sie eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers erhalten haben. Diese dient allerdings nur dazu, nachzuweisen, dass man in dem Unternehmen beschäftigt ist.

Ruf nach Strafen wird lauter

Als Reaktion werden nun Strafen für Vordrängler und Vordränglerinnen gefordert. "Zwar werden Tausende erwischt, aber es fehlt an Sanktionen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. "Sich beim Impfen vorzudrängeln, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit."

Impftermine werden zu Unrecht blockiert

Der Hamburger Senatssprecher Marcel Schweitzer bezeichnete das Vordrängeln beim Impfen auf der Landespressekonferenz am Dienstag als einen "Ärger-Faktor". Es würden Termine blockiert, die anderenfalls von Impfberechtigten hätten wahrgenommen werden können. Schweitzer wies aber auch darauf hin, dass die Impfreihenfolge bald aufgehoben werden soll - Ende Mai oder Anfang Juni.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.05.2021 | 13:00 Uhr

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