Ein Hotelzimmer für Obdachlose. © NDR Foto: Screenshot

CDU fordert nach Todesfall Hotelunterbringung von Obdachlosen

Stand: 10.01.2021 16:54 Uhr

Nach dem Tod eines mutmaßlich obdachlosen Mannes auf der Hamburger Reeperbahn hat die CDU-Bürgerschaftsfraktion eine Hotelunterbringung für besonders gefährdete Menschen gefordert.

Andreas Grutzeck beim NDR Kandidat*innen-Check. © NDR Foto: NDR
"In einer so wohlhabenden Stadt wie Hamburg dürfen trotz kalter Tage und Nächte keine Menschen auf den Straßen erfrieren", meint Andreas Grutzeck (CDU).

"In einer so wohlhabenden Stadt wie Hamburg dürfen trotz kalter Tage und Nächte keine Menschen auf den Straßen erfrieren", erklärte der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Andreas Grutzeck. Viele Obdachlose würden die Enge in den städtischen Notunterkünften fürchten und hätten Sorge vor Gewalt, Diebstahl sowie einer Corona-Infektion.

Grutzeck forderte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) auf, eine sichere Hotelunterbringung für besonders gefährdete Obdachlose zu organisieren. "Aufgrund des gegenwärtigen Lockdowns stehen viele Hotelzimmer leer und so wäre eine Hotelunterbringung für alle Seiten ein Fortschritt", so Grutzeck. Erst am Donnerstag hatte die Linksfraktion die gleiche Forderung erhoben.

Behörde will weitere Möglichkeiten prüfen

In bestimmten Fällen würden bereits jetzt Obdachlose in Hotels untergebracht, erklärte die Sozialbehörde. Aber diese Unterbringung könne kein Hilfesystem ersetzen. Menschen müssten spontan eine Notunterkunft in Anspruch nehmen können, um vor Kälte geschützt zu werden, so Sozialbehördensprecher Martin Helfrich. Die Behörde prüfe derzeit weitere Möglichkeiten, besonders hilfsbedürftige Obdachlose mit chronischen und psychischen Erkrankungen einzeln unterzubringen, so Helfrich.

Bisher rund 80 Plätze in Hotels

Dank einer Großspende können in Hamburg bereits rund 60 obdachlose Menschen bis April sicher in Hotels untergebracht werden. Partner des Projekts sind die Hilfseinrichtung Alimaus, das Straßenmagazin "Hinz&Kunzt", die Diakonie Hamburg und die Caritas. Das Hamburger Unternehmen Reemtsma stellte dafür im Dezember wie bereits im Frühjahr vergangenen Jahres 300.000 Euro zur Verfügung. Zudem bringt ein Bündnis gemeinnütziger Organisationen nach eigenen Angaben 20 Obdachlose bis März in einem Hotel unter, um sie vor dem Coronavirus und der Winterkälte zu schützen. An der Aktion "Hotels for Homeless" sind die Initiativen Strassenblues CaFée mit Herz, GoBanyo, Hamburger Gabenzaun, Hanseatic Help, JesusCenter und Pfand beteiligt.

Am Freitag auf der Reeperbahn gefunden

Der am Freitag auf der Reeperbahn gefundene Tote war nach Angaben der Polizei vermutlich ein Obdachloser. Der etwa 65 Jahre alte Mann sei von einem Passanten auf dem Gehweg entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche seien erfolglos geblieben. Sein Leichnam kam zur Untersuchung der Todesursache in die Gerichtsmedizin. Die Polizei hatte in dieser Woche einen Bericht von "Hinz&Kunzt" bestätigt, nachdem seit Silvester bereits vier obdachlose Menschen auf der Straße gestorben sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.01.2021 | 17:00 Uhr

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