Stand: 12.03.2019 16:40 Uhr

CCH-Sanierung: Knapp 20 Prozent Mehrkosten

Man sieht Fortschritte auf der Baustelle des CCH, auch wenn sich die Eröffnung um etwa ein Jahr verzögert.

Der Umbau des Congress Centers Hamburg (CCH) wird knapp 20 Prozent teurer als geplant. Der Senat verabschiedete deshalb am Dienstag eine Drucksache an die Bürgerschaft, in der ein Zusatzbudget in Höhe von 18,2 Millionen sowie weitere 18 Millionen Euro für "verzögerungsbedingte Mehrkosten" veranschlagt werden. Noch Ende des Monats soll der Haushaltsausschuss sich damit befassen. Ursprünglich wurden für die Modernisierung 194 Millionen Euro veranschlagt - nun werden es doch rund 230 Millionen. Die Gründe: überraschende Asbestfunde und frühere Baumängel. Bereits Ende Januar war bekannt geworden, dass die Kosten höher liegen werden als ursprünglich geplant. Das ging aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der FDP hervor. Nun hat der Senat die Höhe der Mehrkosten also beziffert.

Das CCH von oben mit der Baustelle.

Kosten fürs CCH steigen um 20 Prozent

Hamburg Journal 18.00 -

Die Sanierung des Congress Centers Hamburg wird deutlich teurer als erwartet. Der Senat rechnet inzwischen mit Mehrkosten von rund 36 Millionen Euro - Grund seien unter anderem die Asbestfunde.

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Asbestfunde im Bauschutt

Erst bei Abbrucharbeiten des seit 2016 geschlossenen CCH fanden sich in Betonteilen rund 50.000 Kubikmeter Asbest. Durch diesen Sondermüll kam es zu massiven Störungen im Bauablauf. Rund 2.000 Sattelschlepper-Ladungen des gefährlichen Schutts fielen an. Die Erstattung eines Teiles der Kosten für die Asbestsanierung erwartet Projektleiter Hellmut Körner von einer Asbest-Versicherung, die vorsorglich abgeschlossen wurde. Außerdem will die Behörde von einem Asbest-Gutachter Honorar zurückfordern.

Aufwendigere Arbeiten an der Tiefgarage

In der Tiefgarage rechneten Gutachter außerdem zunächst nur mit Schönheitsreparaturen. Hier stieß man allerdings auf Streusalzschäden. Projektleiter Körner von der Wirtschaftsbehörde sagte dazu: "Es bedarf einer Grundsanierung und die muss jetzt durchgeführt werden, um die Garage auch später wirtschaftlich nutzen zu können." Besonders ärgerlich: Wegen der Sanierung der Tiefgarage entfiel der Bestandsschutz der erst zwölf Jahre alten Großhalle H. Somit brauche die Halle nun einen neuen Brandschutz.

Korrosion an der Fassade

Und in der nur zwölf Jahre alten Glasfassade am Rosengarten fanden Bauarbeiter jede Menge Rost. Laut Körner erfüllte die Fassade nach Augenschein alle Voraussetzungen. "Wenn man aber genauer hineinguckt, stellt man fest, dass hinter die Glasfassade Wasser eingedrungen ist", so der CCH-Projektleiter. Das habe die Halterungen der Glasplatten korrodieren lassen.

All diese Baumängel und durch sie notwendig gewordene zusätzliche Arbeiten verschlingen etwa die Hälfte der 36 Millionen Euro Mehrkosten. Die andere Hälfte kommt durch die Bauverzögerungen zustande. Allein der Unterhalt der Baustelle koste pro Monat einen hohen sechsstelligen Betrag, so Körner. 50 Firmen seinen dort gleichzeitig tätig.

Eröffnung im August 2020

Projektleiter Körner hält das alles für "ärgerlich aber vertretbar". Er verspricht: "Sie werden feststellen, dass es nicht mehr das alte CCH in Waschbeton ist, sondern wirklich ein vollkommen neues, strahlendes Gebäude. Ich freue mich darauf."

Im August 2020 soll das CCH wieder öffnen - mit einem dreiviertel Jahr Verspätung, geplant war die Eröffnung ursprünglich für Ende 2019. Die ersten Veranstaltungen werden ein Ärztekongress und der Deutsche Juristentag sein.

Hier entsteht das neue CCH

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.03.2019 | 06:00 Uhr

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