Stand: 25.01.2019 09:21 Uhr

Bürgergipfel: Wie steht es um Hamburgs Verkehr?

Antwort

Ein offenes Ohr für die Sorgen der Hamburger, aber leider nur wenig Versprechungen von der Politik: Beim ersten gemeinsamen Bürgergipfel von NDR 90,3, dem Hamburg Journal und Hamburg 1 standen am Donnerstagabend Politiker und Experten Rede und Antwort zur Verkehrspolitik in Hamburg. Rund 170 Hamburger waren mit ihren vielen Fragen ins Kulturzentrum Rieckhof in Harburg gekommen, einige sogar mit neongelben Warnwesten und Demo-Schildern ausgestattet - fast wie auf den Straßen Frankreichs.

Zuhören ja, versprechen nein

Im Süden Hamburgs sind die Menschen beispielsweise genervt von den langwierigen Bauarbeiten auf einer wichtigen Straße: "Sorgen Sie dafür, dass man den Ehestorfer Heuweg frei befahren kann", fordert Gastwirt Thomas Soltau. Doch Versprechungen kann ihnen Verkehrssenator Michael Westhagemann nicht machen: "Zaubern können wir auch nicht. Wenn wir mal was erneuern müssen, dann müssen wir das jetzt auch machen. Was schlimmer wäre, wenn wir nichts machen."

Auch bei vielen anderen Themen hat der Senator zwar zugehört, große Versprechungen gab es aber nicht. Mit ihm wird es beispielsweise keine autofreie Innenstadt oder ein flächendeckendes Tempo-30-Limit geben - alles Ideen und Fragestellungen beim Bürgergipfel in Harburg.

Fragen zum Thema Verkehr

Frage zur Fahrradstadt Hamburg

Anja Blankenberg aus Lurup: "Warum dürfen Fahrräder im HVV erst ab 9 Uhr mitgenommen werden? Für Berufstätige und Pendler erschwert das die Wege ungemein."

Ist ein gleichberechtigtes Miteinander möglich?

Jeder soll in Hamburg so unterwegs sein, wie er will - Verkehrssenator Michael Westhagemann wird nicht müde, diesen Grundsatz seiner Politik zu betonen. Auch der Autoverkehr solle unter dem Ausbau der Fahrradwege nicht leiden. Doch im Publikum gab es relativ wenig Verständnis dafür, dass immer noch so viele Autos durch die Stadt rollen: "Mich interessiert, wann wir mit einer autofreien, autoarmen Innenstadt rechnen können?" Doch von einem allzu schnellen Umbau Hamburgs weg vom Auto hält auch Radverkehrskoordinatorin Kirstin Pfaue nichts: "Wir brauchen einen langsamen gesellschaftlichen Wandel, weil wir müssen alle Menschen mitnehmen bei diesem Prozess. Natürlich wollen wir die Stadt voranbringen, aber das dauert."

Verkehr - ein Thema, das uns alle bewegt

Sabine Rossbach, die Direktorin des NDR Landesfunkhauses Hamburg, freute sich über die rege Teilnahme der Hamburgerinnen und Hamburger an der Diskussionsrunde: "Der Verkehr in Hamburg und die Fragestellungen hierzu bewegen uns alle in unserer Stadt, egal ob als Fußgänger, Fahrradfahrer, im Auto oder im öffentlichen Nahverkehr." Rossbach ist sich sicher, dass es in naher Zukunft auch noch zu anderen Themen Bürgergipfel in Hamburg geben werde.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 25.01.2019 | 09:00 Uhr

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