Außengastronomie auf St. Pauli sorgt für Streit

Stand: 10.07.2022 21:24 Uhr

Streit im Kultviertel St. Pauli: Denn zwischen Anwohnenden und Gastronomie-Treibenden in der Paul-Roosen-Straße brodelt es schon länger. Grund ist die Außengastronomie und der damit verbundene Lärm.

Wegen der Corona-Pandemie durften Gastronomie-Treibende in ganz Hamburg Parkplätze vor ihren Lokalen für ihre Außengastronomie nutzen. Das wurde Anwohnerinnen und Anwohnern auf St. Pauli auf die Dauer zu viel und zu laut. Sie schlossen sich in der Initiative "Pauli wohnt" zusammen. Ihr Vorwurf lautete: Gastronomie-Treibende würden ihre Läden zu spät schließen, laute Gäste zu lange draußen lassen - nicht alle, aber manche.

Viele Anwohnende klebten auch gelbe Schilder mit der Aufschrift "Pauli wohnt!" an die Fensterscheiben ihrer Wohnungen. Im Frühjahr dieses Jahres kam es zwar zu einem Kompromiss, mit dem aber beide Seite nicht zufrieden waren.

"Cornern" ist auch ein Problem

Auch das nächtliche "Cornern" würde von der Gastronomie befeuert, meinen die Anwohnerinnen und Anwohner. Inzwischen wollen Bezirkspolitik und Verwaltung die Lage entschärfen und luden für Mittwochabend zu einem Vermittlungstreffen ein, nachdem sie über Jahre immer weiter neue Lokale genehmigt hatten. Dabei war die Stimmung recht entspannt, so SPD-Politiker Oliver Sträter, Vorsitzender des City-Ausschusses.

Wie gehen andere Städte damit um?

Künftig will sich die Politik genauer anschauen, wie andere Städte mit dem Thema "Außengastronomie" in ähnlichen Quartieren umgehen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Nachtbürgermeister, der zwischen Anwohnerinnen und Anwohnern und Gastronomie-Treibenden vermittelt. So etwas gibt es bereits in anderen Städten, unter anderem in Berlin. Allerdings verabschiedet sich die Politik erstmal in die Sommerpause, dafür startet die Außengastronomie in der Paul-Roosen-Straße jetzt erst richtig durch. Eine kurzfristige Lösung ist somit nicht in Sicht.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 10.07.2022 | 19:30 Uhr

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