Stand: 13.03.2018 18:49 Uhr

Anti-Merkel-Demo: AfD-Fraktion kritisiert Grote

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat vor dem Besuch der Anti-Merkel-Demonstrationen gewarnt. Dafür bekam der SPD-Politiker jetzt Kritik von der Hamburger AfD-Fraktion. Grote sagte im Gespräch bei NDR 90,3: Jeder der daran teilnehme, müsse wissen, dass er mit Rechtsextremen gemeinsame Sache macht. Aus Sicht der AfD kommt die Mehrzahl der Demonstranten aber aus dem bürgerlichen Spektrum.

Am Montagabend hatte erneut eine Demonstration unter dem Motto "Merkel muss weg" stattgefunden. Rund 250 Menschen versammelten sich am Dammtor-Bahnhof. Gleichzeitig gab es wieder eine Gegendemonstration linker Gruppen, an der nach Schätzungen der Polizei etwa 1.000 Menschen teilnahmen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und hatte den Bereich weiträumig abgesperrt.

Sechste Anti-Merkel-Demo

Seit sechs Wochen finden diese Demonstrationen mit mehreren hundert Teilnehmern statt. Schon in der vergangenen Woche waren 1.000 Gegendemonstranten gekommen, um die Kundgebung zu stören. Denn: Die Veranstalter werden der rechten Szene zugeordnet.

Straßensperren und Wasserwerfer

Mehr als 1.000 Polizisten waren in den vergangenen Wochen jeweils im Einsatz, um die Demonstranten beider Seiten voneinander fernzuhalten. Straßen in der Innenstadt waren gesperrt, Wasserwerfer standen bereit. Ob die Veranstaltung noch weiter wachsen wird, vermochte Grote nicht zu sagen. Momentan stagniere die Teilnehmerzahl. Trotzdem würden die Veranstalter versuchen, Raum zu gewinnen: In der vergangenen Woche hatte es zum ersten Mal Redebeiträge gegeben.

Gemeinsame Sache mit der AfD

Bisher wurden bei den Demonstrationen nur vereinzelt AfD-Mitglieder gesehen. Es ist aber eine gemeinsame Veranstaltung geplant. "Die Initiatorin der Montagsdemos ist von der AfD ins Rathaus eingeladen. Abgrenzung sieht anders aus", sagte Grote. Die gemeinsame Veranstaltung ist für kommenden Montag geplant.

Vor kurzem noch hatten sich Teile der Hamburger AfD gegen eine Kooperation mit der Pegida-Bewegung gewehrt. Zuvor hatte die Bundespartei sich dazu entschlossen, sich nicht mehr grundsätzlich von Pegida abzugrenzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.03.2018 | 19:00 Uhr

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