Eine Gruppe Menschen betritt ein Containerschiff. © Screenshot

Aktionswoche gegen Lohndumping auf Schiffen

Stand: 05.09.2022 20:19 Uhr

In den deutschen Häfen sind Tarifverträge selbstverständlich. An Bord internationaler Schiffe ist das aber längst nicht immer so - besonders wenn sie unter sogenannten Billigflaggen fahren. Auf die oft schwierige Lage der Seeleute machen jetzt Gewerkschaften bei der "Baltic Week" in den deutschen Seehäfen aufmerksam.

Zwei Kontrollteams von ver.di sind die ganze Woche auch im Hamburger Hafen im Einsatz. Sechs bis acht Schiffe pro Tag wollen sie hier ganz genau unter die Lupe nehmen. Das heißt: Arbeitsverträge checken, prüfen ob Überstunden gezahlt und Ruhezeiten eingehalten werden.

Dazu sprechen die Kontrolleure und Kontrolleurinnen auch mit Crew-Mitgliedern - denn nicht immer decke sich die Dokumentation mit den wirklichen Verhältnissen an Bord, heißt es von ver.di.

Im vergangenen Jahr wurden 29 Millionen Euro eingetrieben

Im vergangenen Jahr sind bei der "Baltic Week" weltweit ausstehende Gehälter in Höhe von rund 28 Millionen Euro eingetrieben worden. Insgesamt habe sich die Lage für Seeleute in der Corona-Zeit sehr verschlechtert, heißt es von der Gewerkschaft.

Besonders wichtig ist es demnach jetzt, dass in den Häfen das Recht auf Landgang wieder durchgesetzt werden kann. Monatelang praktisch an Bord eingesperrt zu sein, sei für Crewmitglieder psychisch und körperlich sehr belastend, kritisiert die Gewerkschaft.

 

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 05.09.2022 | 19:30 Uhr

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