Stand: 02.05.2019 06:19 Uhr

7.000 Menschen bei DGB-Demo in Hamburg

In Hamburg haben nach Angaben der Polizei rund 7.000 Menschen für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Bei der traditionellen Demonstration der Gewerkschaften zum 1. Mai zogen sie vom Bahnhof Dammtor nach Eimsbüttel. Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) waren dabei. Auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz an der U-Bahn-Station Osterstraße fand eine Kundgebung statt, bei der unter anderem Hamburgs DGB-Chefin Katja Karger und ver.di-Chef Frank Bsirske Reden hielten. Weitere Versammlungen gab es in Bergedorf und in Harburg.

Bsirske: Öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit Tarif

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Der scheidende ver.di-Chef Bsirske forderte in Hamburg einen höheren Mindestlohn.

Der scheidende ver.di-Chef Bsirske, forderte in seiner letzten Rede zum 1. Mai unter anderem eine Stärkung der Tarifbindung in Deutschland und die Vergabe von öffentlichen Aufträgen nur an tarifgebundene Unternehmen. Dabei gehe es um ein Auftragsvolumen von 400 bis 500 Milliarden Euro pro Jahr bei Bund, Ländern und Gemeinden. Hier seien also nicht nur Gewerkschaften gefragt, sondern auch die Politik.

Außerdem machte er sich für die Anhebung des Mindestlohns stark. Der Gewerkschaftschef betonte, dass es beim gesetzlichen Mindestlohn keine Ausnahmen mehr geben dürfe. "Der gesetzliche Mindestlohn hat mehr Lohn gebracht für 4,2 Millionen Menschen in diesem Land, er hat mehr Beschäftigung gebracht (...) und er hat für mehr Gerechtigkeit gesorgt", betonte Bsirske. Nun gelte es jedoch, ihn deutlich zu erhöhen.

Gegen Intoleranz und Nationalismus

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Auch Hamburgs Bürgermeister Tschentscher (Mitte) nahm an der Gewerkschaftsdemonstration teil.

Das Motto der bundesweiten Demonstrationen lautete "Europa. Jetzt aber richtig". Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte dazu auf, "Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus" eine Abfuhr zu erteilen. Man müsse Europa sozialer machen, "damit sich nicht immer mehr Menschen von der EU und den Parteien, die für ein weltoffenes und geeintes Europa stehen, abwenden." Am 26. Mai werden in Deutschland die Stimmen für die Europawahl abgegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.05.2019 | 14:00 Uhr

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