Stand: 15.03.2019 20:00 Uhr

#FridaysforFuture: Zehntausende gehen auf die Straße

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In Kiel versammelten sich Hunderte junge Leute vor dem Rathaus, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

In Norddeutschland haben sich am Freitag mehrere Zehntausend Schüler an Demonstrationen für einen besseren Klimaschutz beteiligt. Die "Fridays for Future"-Bewegung hatte zu einem weltweiten Protest-Tag aufgerufen: In mehr als 100 Ländern demonstrierten Kinder und Jugendliche. Im Norden fanden unter anderem in Schleswig-Holstein in mehr als 20 Orten Proteste statt, mehr als 15.000 Schüler nahmen daran teil. In Hannover zogen 7.000 Teilnehmer durch die Innenstadt, in ganz Niedersachsen waren mehr als 20.000 Menschen auf der Straße. In Mecklenburg-Vorpommern fand die größte Demonstration mit etwa 1.000 Teilnehmern in Rostock statt. In Hamburg zählte die Polizei bei der Hauptkundgebung etwa 7.000 Teilnehmer. Insgesamt fanden in mehr als 50 Orten in Norddeutschland Demonstrationen statt.

Ein Demonstrationszug mit Kindern die Schilder hochhalten.

Schüler gehen fürs Klima auf die Straße

Hallo Niedersachsen -

In mehr als 20 Städten in Niedersachsen haben Schüler für mehr Klimaschutz demonstriert. Die größte Veranstaltung fand in Hannover statt, die wohl kleinste auf der Insel Juist.

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Proteste von Hannover bis Hongkong

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Auch in Göttingen startete am Freitagmorgen eine Demonstration.

Insgesamt rechneten die Veranstalter mit Bildungsstreiks an mehr als 1.500 Orten weltweit - von Sydney bis Paris und von Montreal bis Hongkong. Die meisten Proteste fanden in Frankreich, Deutschland, Italien und den USA statt. Aber auch in Grönland, Armenien und auf Vanuatu sollte laut der internationalen Kampagnenseite für das Klima demonstriert werden. Die Jugendlichen sehen sich als Sprachrohr für die Zukunft. Sie vernetzen sich vor allem über Handy-Messenger in Ortsgruppen. In Deutschland gibt es davon laut Nele Brebeck von "Fridays for Future" Hamburg etwa 280.

Kohleausstieg und Verkehrswende gefordert

"Fridays for Future" fordert schnelles und konkretes Handeln von der Politik, darunter den Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens 2030 sowie eine Verkehrswende. "Wir fordern, dass die Klimapolitik sich endlich an den Fakten orientiert. Ein Dialog und eine enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft sind unausweichlich, wenn wir das 1,5 Grad-Ziel tatsächlich einhalten wollen", sagt Brebeck.

Interview

"Die Politik hat auf unsere Kosten verschlafen"

Schneller Kohleausstieg, weniger Treibhausgas-Emissionen und Fast-Food-Verpackungen, die im Mülleimer landen: Das fordern Nele Brebeck und ihre Mitstreiter von "Fridays for Future". mehr

Breite Unterstützung bekommen

Die Schüler und Studenten erhalten mittlerweile auch breite Unterstüzung von Erwachsenen und Wissenschaftlern. "Ich glaube, dass die Klimadebatte sich weiterhin anheizen wird, genauso wie die Erde. Wir wollen von der Politik nur eine Sache, nämlich Taten sehen", sagt Jakob Blasel aus Kiel.

Der weltweite Protesttag folgte wenige Tage nachdem die UN in drastischen Worten besseren Umweltschutz angemahnt hatte. Millionen Menschen würden schon jetzt aufgrund von Umweltverschmutzung vorzeitig sterben. Vermüllung, Meeres- und Luftverschmutzung, Lebensmittelverschwendung und übermäßiger Konsum bedrohen demnach die Lebensgrundlage der Menschen.

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Tausende Schüler demonstrieren für Klimaschutz

15.03.2019 19:30 Uhr
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Klima-Protest: Schüler gehen auf die Straße

15.03.2019 19:30 Uhr
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Bewegung von Greta Thunberg gestartet

Bereits in den vergangenen Monaten hatten Tausende Jugendliche in Norddeutschland freitags statt zur Schule zu gehen demonstriert. In Hamburg kamen vor zwei Wochen mehrere Tausend Jugendliche zusammen, als Greta Thunberg den Schülerprotest besuchte. Die 16-jährige Schwedin ist zur Ikone der jugendlichen Klima-Bewegung geworden. Sie hatte vergangenen August begonnen, regelmäßig vor dem Stockholmer Parlamentsgebäude zu streiken und "Fridays for Future" ins Rollen gebracht.

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Freitags-Demos: Klimaschutz versus Schulpflicht

15.03.2019 19:30 Uhr

Kämpfen Schüler für das Klima, zeigt man als Politiker gerne Unterstützung. Doch #FridaysForFuture-Demos finden während der Schulzeit statt - das macht offizielles Lob schon schwieriger. mehr

Schwänzen oder Zukunft retten?

Kritik an den Streiks während der Schulzeit kommt vor allem aus den Bildungsministerien der Länder. Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, mahnte Schuldirektoren, unentschuldigtes Fehlen zu ahnden. Hart ist die Sicht auch in Hamburg: Wer in der Schulzeit auf die Straße geht, wird von der Schulbehörde als Schulschwänzer betrachtet. Eine Sprecherin des Kultusministeriums in Niedersachsen sagte: "Wir begrüßen das Engagement für den Klimaschutz sehr." Voraussetzungen für eine Beurlaubung vom Unterricht lägen jedoch nicht vor. Auch aus Schwerin hieß es, die Schulpflicht müsse erfüllt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich Anfang März hinter die Klimaschutz-Proteste gestellt und die Schüler für ihren Einsatz gelobt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstützte den Protest bei einem Besuch in Neumünster.

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Wissenswertes zu Klimawandel und Erderwärmung

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Nur Streik während Schulzeit garantiert Aufmerksamkeit

"Fridays for Future"-Sprecher Jakob zur Heide verteidigt die Aktionen zur Schulzeit. "Nur durch die Streiks am Freitag konnten wir so viel Aufmerksamkeit erreichen, dass uns nun auch die Politiker zuhören", sagte der 19-jährige Psychologiestudent aus Osnabrück.

Die Schulen handhaben die Sache offenbar unterschiedlich. Während in einigen, wie Schüler berichten, sogar im Unterricht Protestplakate gemalt werden, werten andere die Demo-Teilnahme als unentschuldigtes Fehlen.

Was kann ich im Alltag für Klima und Umwelt tun?

Technik

  • energiesparende Geräte kaufen
  • Standby-Modus bei Geräten ausschalten oder den Stecker ziehen
  • sparsame LED-Leuchten nutzen
  • Fairphone nutzen
Beim Einkaufen
  • eigene Tragetasche beim Einkaufen nutzen
  • unverpackte Produkte kaufen
  • Mehrwegbecher statt Papierbecher benutzen
Zu Hause
  • "Bitte keine Werbung"-Sticker auf den Briefkasten kleben
  • beim Kochen den Deckel auf den Topf legen und nicht zu große Platte nutzen
  • duschen statt baden
  • Wäsche bei maximal 60 Grad waschen
  • Recycling(klo-)papier nutzen
Unterwegs
  • Auf Flugreisen wegen des hohen CO2-Ausstoßes möglichst verzichten
  • Auf Kreuzfahrten wegen des Stickoxid-Ausstoßes möglichst verzichten
  • Autofahrten - vor allem innnerstädtisch - vermeiden
  • Car-Sharing nutzen
  • den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad nutzen
Im Garten

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Kids als Vorbild? "Scientists for Future"

Wieder einmal protestieren Schüler weltweit für den Klimaschutz. Auch Wissenschaftler haben einen Appell initiiert: "Scientists for Future". Mit dabei ist die Umwelt-Ökonomin Claudia Kemfert. mehr

Streik für Klimaschutz: Jetzt kommen die Eltern

Erst die Kinder - nun folgen die Eltern: "Parents for Future" wollen die Schüler-Demos für mehr Klimaschutz unterstützen. Einer der Organisatoren erklärt im Interview mit NDR.de seine Motivation. (14.03.2019) mehr

Demonstrationen im Norden

"Fridays for Future": Tausende bei Demo in Hamburg

Bis zu 9.000 Menschen haben bei der "Fridays for Future"-Demonstration in Hamburg für mehr Klimaschutz protestiert. Weltweit liefen Aktionen von Schülern. Auch Eltern streikten mit. mehr

Mehr als 15.000 Schüler demonstrieren für Klimaschutz

So große Demos sind in Schleswig-Holstein selten: Tausende Schüler gingen für mehr Klimaschutz in 20 Städten auf die Straße. Die meisten Teilnehmer zählte die Polizei in Kiel und Lübeck. mehr

#FridaysForFuture: Tausende Schüler machen mit

Zehntausende Schüler haben sich in Niedersachsen an #FridaysForFuture-Protesten beteiligt. Sie waren Teil von weltweiten Kundgebungen für den Klimaschutz. mehr

3.500 Schüler in MV demonstrieren fürs Klima

Unter dem Motto "Fridays for Future" haben in zahlreichen Städten Mecklenburg-Vorpommerns Schüler für mehr Klimaschutz demonstriert. Allein in Rostock versammelten sich 1.000 junge Menschen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 15.03.2019 | 19:45 Uhr

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Weinberg wird Hamburger CDU-Spitzenkandidat

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