Stand: 10.12.2018 17:15 Uhr

Warnstreik bei der Bahn wirkt lange nach

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Warnstreik statt Arbeit: Die Gewerkschaft EVG zeigt am Montagmorgen am Hamburger Hauptbahnhof ihren Unmut über den Bahn-Vorstand.

Bei der Deutschen Bahn hat am Montagmorgen der angekündigte mehrstündige Warnstreik der Eisenbahngewerkschaft EVG zu erheblichen Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Die Bahn stellte den Fernverkehr von etwa 6.15 Uhr bis zum angekündigten Ende des Warnstreiks um 9 Uhr bundesweit ein. Der Betrieb lief danach langsam wieder an, allerdings zum Teil "mit massiven Einschränkungen", wie die Bahn mitteilte. Auch der Regionalverkehr und viele S-Bahnen-Linien im Norden waren betroffen. "Wir gehen davon aus, dass am Dienstag wieder alle Züge regulär fahren", sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Zugbindung bei Fahrkarten wurde aufgehoben. Für Montag gültige Fernverkehr-Tickets können nach Angaben der Bahn bis einschließlich Sonntag (16.12.) genutzt werden. Die Bahn hat eine kostenlose Sonderhotline für Kunden eingerichtet: 08000 996633. Aktuelle Informationen finden Sie auch auf den Internetseiten-Seiten der Deutschen Bahn.

In Hannover stehen die S-Bahnen still

In Niedersachsen machte sich der Warnstreik besonders in Hannover bemerkbar. Der Hauptbahnhof war vorübergehend komplett lahmgelegt. Es fuhren weder Fernverkehrs-, noch Regional-, noch S-Bahnzüge. In ganz Niedersachsen gab es Zugausfälle und massive Behinderungen. Weil Bahn-Mitarbeiter die Stellwerke in Osnabrück, Misburg, Elze und Sagehorn bei Bremen bestreikten, konnten auch die Privatbahnen wie der Metronom oder die Nordwestbahn nur eingeschränkt fahren. Der Bahnhof in Osnabrück konnte gar nicht mehr angefahren werden.

Streichungen bei S-Bahnen in Hamburg

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NDR 90,3

So lief der Warnstreik am Hamburger Hauptbahnhof

NDR 90,3

Nach dem Streikaufruf der EVG hat die Bahn am Morgen über Stunden den kompletten Fernverkehr eingestellt. Auch am Hamburger Hauptbahnhof waren die Auswirkungen zu spüren. Bildergalerie

In Hamburg waren neben dem gesamten Fernverkehr auch Teile des Regional- und S-Bahnverkehrs betroffen - so etwa die wichtige S-Bahn-Linie 1 zum Flughafen. Die Linie 3 fiel bis 9 Uhr zwischen Neugraben und Stade aus, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Hier wurden Ersatzbusse eingerichtet. Im Regionalverkehr war den Angaben zufolge zudem der RE5 zwischen Hamburg und Cuxhaven betroffen, sodass Reisende auch hier mit Ausfällen rechnen mussten.

Kieler Hauptbahnhof lahmgelegt

In Schleswig-Holstein hatte der Streik zu Beginn nur Auswirkungen auf den Fernverkehr. Dann wurde jedoch der komplette Hauptbahnhof in Kiel lahmgelegt. Die Bahnhöfe in Lübeck und Flensburg waren nicht betroffen.

Massive Einschränkungen gab es auch in Mecklenburg-Vorpommern. Flächendeckend fielen hier Züge aus. Besonders betroffen war zunächst die Strecke zwischen Rostock und Schwerin.

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Hannover: Warnstreik legt Bahnverkehr lahm

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Tarifstreit über Lohnerhöhungen

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Vor dem Hauptbahnhof Hannover haben sich am Morgen rund 20 Bahn-Mitarbeiter zum Warnstreik versammelt.

Grund für den Warnstreik ist der Abbruch der Tarifgespräche mit dem Bahn-Management. Am Sonnabend waren die Parteien in Hannover ohne Ergebnis auseinandergegangen. Zum Tarifangebot gehörten nach Bahn-Angaben eine Entgelt-Erhöhung von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Anstelle der zweiten Stufe sollte den Mitarbeitern erneut die Möglichkeit eröffnet werden, mehr Freizeit zu wählen. Dies sollte nach Darstellung der EVG aber erst ab Anfang 2021 möglich sein. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 7,5 Prozent mehr Lohn gefordert.

Weitere Warnstreiks möglich

Die Bahn sprach von einer "völlig überflüssigen Eskalation". "Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit", sagte Personalvorstand Martin Seiler. Am Montagt teilte die Bahn mit, sie sei jederzeit bereit, die Tarif-Verhandlungen fortzusetzen.

Die Gewerkschaft EVG drohte im ARD-"Morgenmagazin" mit weiteren Warnstreiks "in den kommenden Tagen", falls der Bahn-Vorstand kein neues Angebot im Tarifstreit vorlege.

GDL streikt erst mal nicht

Die EVG vertritt etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland. Die kleinere GDL verhandelt derzeit parallel für einen Teil davon - rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen. Anders als die EVG kann die GDL derzeit nicht zu Streiks aufrufen, sie hat mit der Bahn eine Schlichtungsvereinbarung geschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 10.12.2018 | 14:00 Uhr

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