Stand: 10.09.2019 21:38 Uhr

"Molli"-Dampflok macht Abstecher nach Borkum

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Nordseeinsel statt Ostseebäder: Eine "Molli"-Lok stattet Borkum einen Besuch ab. (Archivbild)

Eine Lokomotive der Bäderbahn "Molli" ist derzeit auf großer Fahrt. Normalerweise pendeln die historischen Dampfeisenbahnen zwischen Bad Doberan und den Ostseebädern Heiligendamm und Kühlungsborn (Landkreis Rostock). Für die 15 Kilometer lange Strecke brauchen die Dampfrösser der Mecklenburgischen Bäderbahn (MBB) rund 40 Minuten. Diese Reise nun, die am Dienstag begonnen hat, dauert fast einen ganzen Tag. Sie führt in den äußersten Nordwesten Deutschlands - auf die Nordseeinsel Borkum.

Zu Lande, zu Wasser, aber ohne Dampf

Es gilt, die rund 450 Kilometer lange Strecke zu Lande und zu Wasser, aber ohne Dampf zurückzulegen. Dazu wurde die rund 30 Tonnen schwere Lok am Dienstag auf einen Tieflader gehoben, der zunächst nach Emden fährt. Im Hafen wird die Lok auf eine Fähre verladen, die sie nach Borkum bringt.

Eine Woche Borkum auf 900 Millimetern

Auf der Nordseeinsel soll die "Molli"-Lok vom 14. bis zum 22. September zwischen dem Hafen und dem Ort verkehren. Dank der gemeinsamen Spurweite von 900 Millimetern ist das möglich, wie "Molli"-Chef Michael Mißlitz erklärte. Mit dieser Spurbreite gebe es in Deutschland nur diese zwei Bahnen, die regelmäßig fahren. Und da beide an der Küste verkehren, sei es doch eine schöne Geschichte, wenn der "Molli" zu Besuch komme, so Mißlitz. Auf Borkum sind mehrere Abfahrten täglich geplant. Darunter gibt es auch einige Highlights für Eisenbahnfreunde - wie etwa eine Parallelfahrt von "Molli" und dem heimischen Zug mit der historischen Dampflok "Borkum".

Eine Dampflok geht auf Reisen

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Keine Ausfälle auf der Stammstrecke an der Ostsee

Während des Borkum-Trips finden die Fahrten an der heimischen Ostsee planmäßig statt. Denn die Lokomotive, die auf Reisen geht, ist eine von fünf betriebsbereiten Loks im Bestand der MBB. "Wir schicken die kleine Lok weg", so Mißlitz. Sie ziehe sonst nur zur Hochsaison einen Sonderzug und komme nicht im regulären Verkehr zum Einsatz, weil sie die Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometer auf der "Molli"-Strecke nicht schaffe. "Deshalb hat das auf unserer Stammstrecke gar keine Auswirkungen."

Dennoch ist der Aufwand nicht unerheblich: Eigens für die Lok wird Kohle nach Borkum geliefert. Außerdem wird auch extra Wasser für den Dampfkesselbetrieb speziell aufbereitet.

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.09.2019 | 13:00 Uhr