Stand: 09.08.2019 15:52 Uhr

Klimaschutz: Wir müssen handeln!

Der Weltklimarat hat in der vergangenen Woche Alarm geschlagen: Der Klimawandel werde zunehmende Dürren, Hitzewellen und die Verknappung von Lebensmitteln zur Folge haben. Die Aufforderung der Wissenschaftler: Wir alle müssen handeln - sofort!

Ein Kommentar von Rainer Burchardt, freier Autor

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Klimapolitisch steht uns schon jetzt das Wasser bis zum Hals, meint Rainer Burchardt.

Was eigentlich muss noch geschehen, damit  etwas geschieht? Umweltkatastrophen am laufenden Band: Überschwemmungen, Waldbrände, Dürre- und Erntekatastrophen, von millionenfachem Hungerleiden ganz zu schweigen. Dieser, unser Globus steht vor dem Ruin. Er droht zerstört zu werden. Verursacher? Wir selbst. Der Mensch! Weil wir bislang glauben, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Einige Fakten aus dem jetzt in Genf veröffentlichten Sonderbericht des Weltklimarates: Auf konventionell bearbeiteten landwirtschaftlichen Äckern erodierten die Böden etwa hundertfach schneller als sich neue Flächen bilden können; im vergangenen halben Jahrhundert habe sich, so der UNO-Klimarat, weltweit der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch mehr als verdoppelt; rund ein Drittel der Nahrungsmittelproduktion werde gegenwärtig ungenutzt verschwendet. Und, und, und ... - die Sündenliste kann an dieser Stelle nicht vollständig aufgezählt werden.

Wir alle stehen in der Verantwortung

Klima-Aktivisten halten auf dem Hamburger Gänsemarkt ein Transparent mit der Aufschrift: "Umweltpolitik statt Lobbypolitik" während der "Fridays for Future"-Klima-Demonstration von Schülern und Studierenden. © picture alliance / dpa Foto: Georg Wendt

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Und was dankenswerterweise endlich einmal mit Fakten belegt wird: All dies ist menschengemacht. Wir alle stehen in der Verantwortung, unsere täglichen Lebensgewohnheiten zu ändern. Da hilft es eben nicht mehr, die Gesamtverantwortung auf die angeblich leichtfertigen und nur auf die eigene Karriere bedachten Politiker zu schieben.

Natürlich: Bedenkenlose Potentaten wie Recep Tayyip Erdogan, Kim Jong-Un, Wladimir Putin oder Donald Trump, um nur einige zu nennen, gehören so schnell wie möglich entmachtet. Deren Politik ist der Turbo, der den fatalen Klimawandel beschleunigt. Aber die Schuld liegt eben nicht bei den Politikern alleine.

Dass ausgerechnet die junge Generation mit der Bewegung "Fridays for future" weltweit das politische Gewissen wachzurütteln versucht, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Selbst hierzulande scheint die Regierungskoalition in Sachen Klimaschutz initiativ zu werden. Gut so. Doch auch wir, die Bürgerinnen und Bürger, müssen raus aus unserer gefühlten Komfortzone.

Umweltbewusstes Handeln auch schon beim Einkauf

Der jetzt als kleinlich anmutende Streit um die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch von 7 auf 19 Prozent kann durchaus als Beleg für mangelndes Umweltbewusstsein etwa der Agrarlobby gelten. Auch der Hinweis, dass die Mehreinnahmen dann für den Tierschutz durch Eindämmung der Massentierzucht verwendet werden könnten, findet nur mangelnde Zustimmung in der Viehwirtschaft. Und natürlich muss es soziale Abfederungen für die Schwachen in der bundesdeutschen Gesellschaft geben. Am Ende aber ist auch beim Fleisch der Verbraucher gefragt. Auch beim Einkauf werden wir umweltbewusster handeln müssen.

Es ist zum Verzweifeln. Wann endlich wird begriffen, dass die natürliche Ressource Wasser im gesamten Herstellungsprozess von einem Kilo Rindfleisch mehr als zehnmal so viel verbraucht wird wie etwa beim Anbau von Gemüse?

Fragwürdige Subventionspolitik der EU

Natürlich wird nur allzu oft und zu gerne auf die diesbezüglich schädliche EU-Agrarpolitik verwiesen. Richtig ist - auch wenn die Zeit der Butterberge und Milchseen vorbei ist -, dass die fragwürdige Subventionspolitik der EU etwa in Sachen Flächenanbauerweiterung oder Schlachtprämien ihren Anteil an der klimaschädlichen Politik hat. Auch das politisch hochorganisierte Europa hat diesbezüglichen Änderungsbedarf. Da bleibt doch abzuwarten, ob die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) ihre Ankündigungen in die Tat umsetzen wird.

Doch in erster Linie ist jeder Einzelne verantwortlich. Klimapolitisch steht uns schon jetzt das Wasser bis zum Hals.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kommentar | 11.08.2019 | 09:25 Uhr

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