Stand: 25.06.2019 15:25 Uhr

"Gorch Fock": Grünes Licht für Fertigstellung

Das Verteidigungsministerium hat entschieden, die Sanierung der "Gorch Fock" fortzusetzen. (Archivbild)

Das deutsche Segelschulschiff "Gorch Fock" wird fertig saniert. Diese Entscheidung hat das Bundesverteidigungsministerium am Dienstag bekannt gegeben. Ziel ist es nun, das Schiff bis zum Herbst 2020 im Rahmen der vereinbarten Kostenvorgaben fertigzustellen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Ministerium erfuhr. Dabei wurde die Obergrenze von 128 Millionen Euro bekräftigt, zu denen weitere sieben Millionen für Ausrüstung kommen.

"Gorch Fock" soll wieder hochseetauglich werden

Die Elsflether Werft bleibt Hauptauftragnehmerin für die Sanierung des 1958 in Dienst gestellten Segelschulschiffs. Das Unternehmen reagierte erleichtert auf die Entscheidung aus Berlin. "Wir werden weiterhin alles daran setzen, die Instandsetzung termingerecht und im Budget auszuführen und die "Gorch Fock" wieder hochseetauglich zu machen", sagte Aufsichtsratschef Pieter Wasmuth. Die Elsflether Werft verhandele mit Subunternehmern über die nächsten Bauschritte, sagte Vorstand Axel Birk auf Nachfrage von NDR.de, ohne dabei Namen bestimmter Unternehmen zu nennen. "In den nächsten Tagen wird die 'Gorch Fock' zu einem neuen Liegeplatz geschleppt, wo unsere Schiffbauer für die kommenden drei Monate an dem Segelschulschiff arbeiten werden." Nächster Meilenstein werde das Stellen der Masten in voraussichtlich einem Vierteljahr sein. Weil der Rumpf derzeit nur einen grau-grünen Schutzanstrich hat, muss die "Gorch Fock" allerdings wieder in ein Dock, um ihren traditionellen weißen Anstrich zu bekommen. Dies kann nicht in Elsfleth gemacht werden.

Die Mannschaft der "Gorch Fock" an der Relling des Schiffs.

Segelschulschiff "Gorch Fock" dockt aus

Hallo Niedersachsen -

Drei Jahre lang hatte die "Gorch Fock" im Trockendock der Bredo-Werft gelegen, nun wurde sie zu Wasser gelassen - im Beisein von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

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Kurs Richtung Berne?

Nach Informationen des NDR Regionalmagazins Hallo Niedersachsen soll die "Gorch Fock" auf der Fassmer Werft in Berne (Landkreis Wesermarsch) weiter instand gesetzt werden. Am Donnerstag soll das Segelschulschiff demnach Bremerhaven verlassen und am Abend in Berne eintreffen. Eine offizielle Bestätigung vonseiten des Bundesverteidigungsministeriums gab es hierfür indes noch nicht. Wann das Schiff erstmals wieder von seinem Heimathafen Kiel aus in See sticht, ist noch offen.

Fassmer: Berner Werft für Spezialschiffe

Die Fassmer Werft ist ein familiengeführtes, internationales Unternehmen in der fünften Generation. Sie ist weltweit an acht Standorten vertreten, unter anderem in China, den USA und Singapur. Die Werft ist bekannt für ihre Spezialschiffe, unter anderem baut sie Seenotrettungskreuzer für die DGzRS.

Kostenexplosion von 10 auf 135 Millionen Euro

Die "Gorch Fock" war in der vergangenen Woche bei der Bredo Werft in Bremerhaven ausgedockt worden. Die Sanierung des Aushängeschilds der Marine war in den vergangenen drei Jahren zu einem finanziellen Desaster geworden. Ursprünglich sollte die Überholung des Schiffs rund zehn Millionen Euro kosten. Mittlerweile wird der Gesamtpreis der Sanierung auf rund 135 Millionen Euro taxiert.

Weiter Streit um Millionensumme

Zwischen dem Bund und der Bredo Werft schwelt unterdessen ein Streit um offene Kosten weiter. Die Werft hatte zunächst gedroht, das Schiff als Pfand zu behalten, war dann aber zurückgerudert, um in einem Rechtsstreit keine Nachteile zu haben. Der Bund hatte die Forderungen der Werft zuvor zurückgewiesen. Die Bredo Dockgesellschaft war bisher als Unterauftragnehmer der Elsflether Werft an den Arbeiten beteiligt und fordert dafür noch 10,5 Millionen Euro. Nach der zwischenzeitlichen Insolvenz der Elsflether Werft hat die Bredo-Werft ihre Forderungen direkt an das Verteidigungsministerium gerichtet.

Werft seit Februar insolvent

Die Elsflether Werft, die den Generalauftrag hat, war Februar pleite gegangen. Dort hatte die frühere Werftleitung Geld von der Marine in dubiose Nebengeschäfte gesteckt. Die Staatsanwaltschaft untersucht das Geschäftsgebaren der zwei Ex-Vorstände. Auch mehrere Gerichte beschäftigen sich mit dem Debakel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.06.2019 | 12:00 Uhr

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