Stand: 14.09.2018 10:57 Uhr

54 Prozent mehr Badetote im Norden

Die Zahl der Ertrunkenen ist im Norden in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 54 Prozent angestiegen. Das geht aus Zahlen hervor, die die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Donnerstag vorstellte. Demnach sind in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen 117 Menschen beim Schwimmen oder Baden ums Leben gekommen. Im Vorjahr starben von Januar bis August 76 Menschen. Das bevölkerungsreichste Land Niedersachsen hat mit 52 Ertrunkenen (plus 14) auch die meisten Badetoten zu verzeichnen. Deutschlandweit ertranken in den ersten acht Monaten dieses Jahres 445 Menschen in deutschen Gewässern - 148 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Nordländer im Überblick:

  • Bremen: 8 (+ 6)
  • Hamburg: 14 (+10)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 30 (+9)
  • Niedersachsen: 52 (+14)
  • Schleswig-Holstein: 13 (+2)

 

Mehr Rettungsschwimmer, weniger Tote

Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Toten an den Küsten von Nord- und Ostsee entgegen dem Trend um zwei auf 23 gesunken ist. Die DLRG begründet dies mit der Überwachung der Badestellen zwischen Borkum und Usedom durch ausgebildete DLRG-Rettungsschwimmer. Demgegenüber stieg die Zahl der Ertrunkenen an Seen und Binnengewässern deutschlandweit um 82 Prozent an. 370 Tote verzeichnete die DLRG dort. "Die Ursachen vieler Ertrinkungsfälle sind Leichtsinn, das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft sowie insbesondere das Baden an unbewachten Badestellen", sagte DLRG-Präsident Achim Haag.

80 Prozent der Badetoten sind Männer

Eine wichtige Rolle spiele natürlich auch das Wetter. So sprechen etwa die Einsatzkräfte von DLRG und Rotem Kreuz in Mecklenburg-Vorpommern von einer enorm hohen Zahl von Einsätzen. Dabei sind es insgesamt weit mehr Männer als Frauen, die in deutschen Gewässern umkommen. 80 Prozent aller Badetoten sind demnach männlichen Geschlechts. Neben Selbstüberschätzung und Leichtsinn spiele dabei oftmals auch Alkohol eine Rolle, so die DLRG.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.09.2018 | 14:00 Uhr

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