Jazz – Round Midnight

Kenny Barron und die hohe Kunst der Konversation

Mittwoch, 21. September 2022, 23:30 bis 00:00 Uhr

Jazzpianist Kenny Barron © picture alliance / dpa | Paul Bergen Foto: Paul Bergen

Eine Sendung von Sarah Seidel

Wenn Kenny Barron auf die Bühne geht, dann ist er immer gründlich vorbereitet auf eine tiefgehende Konversation mit seinen Mitmusikern. Sowohl in kleineren Combos als auch im Duo. Im Duo bewegt sich der traditionsverbundene Pianist oft und gern. Wie mit dem Perkussionisten Minu Cinelu oder mit der Violinistin Regina Carter, mit denen er Mitte, Ende der 1990er Jahre zusammen im Studio stand. Auch mit den Bassisten Charlie Haden und Dave Holland hat sich der heute 79-jährige Kenny Barron schon in Kleinstbesetzung auf höchstem Niveau ausgetauscht, festgehalten auf wunderbaren, zeitlosen Alben.

Jazzpianist Kenny Barron © picture alliance / dpa | Paul Bergen Foto: Paul Bergen
Arne Reimer hat den Jazzpianisten Kenny Barron 2015 in New York besucht.

Ein Pianist mit kultiviertem Anschlag, mit einem unerschütterlichen Timing, einem ausgeprägten Sinn für Swing und vor allem mit viel Gefühl. Frei von jeglicher virtuoser Zurschaustellung seines Könnens trifft er auf sein Gegenüber, um einen musikalischen Dialog zu entspinnen und zu intensivieren. Versunken in die Musik, unaufgeregt und losgelöst von der hektischen Taktung der Außenwelt.

Kenny Barron - Sohn der Stadt Philadelphia

Kenny Barron wurde am 9. Juni 1943 in Philadelphia geboren, ein stolzer Sohn der Stadt, der auch heute noch gern auf seine berühmten Jazzmusikerkollegen und -kolleginnen hinweist, die wie er aus Philly stammen: Shirley Scott, McCoy Tyner, Albert "Tootie" Heath oder Christian McBride.

1959 ging der Pianist in den Big Apple, um dort als Jazzmusiker zu wirken. Zu den wichtigsten frühen Erlebnissen des Pianisten gehörten seine Begegnungen mit dem Bebop-Trompeter Dizzy Gillespie und mit dem Freigeist und Philosophen Yusef Lateef. Als Professor an der Rutgers University in New Jersey und an der Juilliard School Of Music in Manhattan war Kenny Barron verantwortlich für die Ausbildung nachfolgender Jazzmusiker, einige davon sind heute ebenfalls Jazzhelden.

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Dort, an der Uni in New York, hat der Fotograf und Journalist Arne Reimer ihn 2015 besucht und einen sehr aufmerksamen, fokussierten Gesprächspartner angetroffen. Diese freundliche Art des Gesprächs hat auch Sarah Seidel erlebt, als sie Kenny Barron im August 2022 im Rahmen seines Konzerts in der Elbphilharmonie begegnet ist.

 

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