CD-Cover: Dieter Hallervorden - 80plus © Telamo (Warner)

Dieter Hallervordens "80 Plus": Zwischen Blödelei und Provokation

Stand: 18.11.2021 06:00 Uhr

"Mit 80 plus ist noch lange nicht Schluss!" Das ist im Fall von Dieter Hallervorden mehr als wörtlich zu nehmen. Nun gibt es ein komplettes neues Album von ihm. Es heißt "80plus".

von Thomas Steinberg

"Eigentlich ging es nicht darum, irgendjemand mit der Aussage über das Alter zu übertrumpfen", sagte Dieter Hallervorden. "Mir hat es einfach Spaß gemacht, humorvoll und ironisch meine Sicht der Dinge darzulegen, die da, kurz zusammengefasst, in etwa lautet: Mit '80 plus' ist längst nicht Schluss! Wie Sie sehen: überbordender Optimismus!"

Dieter Hallervorden rockt mit Sinn und Verstand. Lange vorbei die Zeiten, Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre, als die "Wanne voll war" und er der schönste Mann der Mietskaserne. Dazu wurde ein tierischer Tango aufs Parkett gelegt. Mit "80 plus" präsentiert Dieter Hallervorden nun sein neues Album. "Während dieser grauseligen Pandemie fielen alle Bühnenauftritte weg. Aber irgendwie musste ich meinen Aktivitätsdrang befriedigen. Und da dachte ich: 'Och, gehste einfach mal ins Studio und singst ein bisschen'", erzählt der 86-Jährige. "Dass daraus ein ganzes Album werden würde, hat mich schon ein bisschen überrascht. Aber es hat einen Riesenspaß gemacht."

"80 plus" greift persönliche und aktuelle Themen auf

Gemeinsam mit dem Musiker Frank Nimsgern sowie Autor Thomas Schmidt-Ott brachte Hallervorden ein Dutzend Songs auf den Weg, die eng mit seinem Leben und Beruf verbunden sind. Ebenso greift er aktuelle Themen auf, zum Beispiel "Gendern", wozu er mit seiner Meinung darüber bereits früher für Diskussionen gesorgt hat. "Ein Lied über Gängelung und Bevormundung. Ein Lied über, sozusagen, 'betreutes Sprechen'! 'Gendern' ist nämlich kein Sprachwandel, sondern eine von oben aufgezwungene, politische Maßnahme! Und die Sprachschönheit bleibt beim 'Gendern' voll auf der Strecke", findet Hallervorden.

Dieter Hallervorden zwischen Blödelei und Provokation

Eine gepflegte Blues- wie auch Rock-Gitarre liebt der 86-Jährige. Und noch mehr: "Ganz oben Queen, zum Beispiel mit 'Another One Bites The Dust', dann Scorpions: 'Rock You Like A Hurricane'", zählt Hallervorden auf. "The Clash: 'Should I Stay Or Should I Go', natürlich Rolling Stones, AC/DC, Pink Floyd, Status Quo ... Ich weiß gar nicht, wo man da anfangen soll."

"80 plus": Das sind Humor und Weisheit, verspielte Blödelei und provokante Ansagen. Eine Gratwanderung, die Dieter Hallervorden bestens beherrscht. Dazu sein hintergründiger und treffsicherer Wortwitz, etwa in seinem Lieblingsstück "Hallervorden". Dieter Hallervordens musikalische "Hommage an das Leben" ist weitaus mehr als ein weiterer Baustein seiner unvergleichlichen Karriere, die 1960 in Fritz Langs Filmklassiker "Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse" begann. Schließt sich hier für ihn auch selbst ein Kreis? Hallervorden: "Ja, natürlich schließt sich da ein Kreis. Aber nur, wenn das bedeutet, dass ich anfangen darf, an einem neuen Kreis zu basteln."

80 plus

Zusatzinfo:
Songs: "Mein Leben" "80 plus" "Palim Palim" "Ehe" "Freiheit" "Hallervorden" "Gendern" "Keine Zeit" "Stuntfrau" "Tod" "80 plus (Ohne Strom)" "Mein Leben (Epilog)"
Label:
Telamo (Warner)
Veröffentlichungsdatum:
05.11.2021
Preis:
18,99 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Kulturjournal | 18.11.2021 | 09:20 Uhr

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